2007 Dolomiten der Anfang - MoFa Stammtisch Indersdorf

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2007 Dolomiten der Anfang

Touren
2007 Vatertagstour in die Dolomiten - Ein Anfang mit kleinen Hindernissen.
Am Do. den 17.Mai 2007 treffen sich um 7:30Uhr die Teilnehmer der diesjährigen Vatertagstour an der Schreyer Tankstelle in Karpfhofen. Der Wettergott ist uns nicht ganz so wohlgesonnen, denn kaum haben wir die Motorräder betankt, fängt es an zu regnen. Mit jeder Minute die wir auf die Anderen warten, wird der Regen stärker. Überhaupt ist es ein verregneter Mai. Erst wenige Tage vorher hat mich bei vergleichbaren Bedingungen ein Bitumenstreifen so niedergestreckt, dass mein alter Klapphelm aus mittlerweile Magdeburger Herstellung, den Zusatz „Klapp“ nicht mehr verdient. Nun bin ich gezwungen auf dieser Vatertagstour einem neuen Kopfschutz aus Japanischer Fabrikation einzufahren. Wie auch immer, jetzt schüttet es so stark dass über die modernen High Tech Membranen noch die altbewährten Regenkombis übergezogen werden. Endlich kann es losgehen. In Dachau stoßen noch Ferdl und Andrea zu der Gruppe. Wie lange Andrea den Soziusplatz auf Ferdl’s ZX erträgt werden wir sehen.
Ich habe, zum ersten Mal mit dieser Truppe auf Tour, die Auswahl und Buchung der Unterkunft übernommen.  Peter zeichnet sich für die Touren verantwortlich und führt uns  bei diesem Pisswetter über die Inntalautobahn Richtung Brenner. In Kiefersfelden müssen wir aber noch die Österreichische Autobahnvignette nachkaufen. Vorher drehen wir aber noch gefühlte 10 Runden in einem Kreisverkehr. Ein Bullifahrer, der geduldig auf die Einfahrt in den Kreisel wartet, muss uns wohl für verrückt halten und grinst nur mitleidig. Letztendlich findet unser Guide die Orientierung doch wieder und wir können am Rastplatz Inntal West die notwendige Pickerlpause einlegen. Wir beschließen dass wir auf Grund des starken Regens die Gruppe besser auflösen und so am Ende getrennt in unserem Basislager, dem Hotel Diana in Welschnofen, ankommen. Obwohl die Küche eigentlich geschlossen hat gibt es bei mittlerweile trockenem Wetter Spaghetti Ragout zur Stärkung. Nachdem dann auch die letzten Zimmer bezogen sind, startet ein Teil der Gruppe zu einer Nachmittagsausfahrt und die Anderen erkunden bis zum Abendessen den kleinen Wellnessbereich.
Mir sind die meisten Teilnehmer dieser Tour und ihre Beziehungen zueinander nicht bekannt, so dass ich später über diverse verbale Entgleisungen eines Einzelnen einfach hinwegsehe und ihn notgedrungen als Tischnachbarn erdulde. Von dieser kleinen Störung abgesehen war es aber ein angenehmer und unterhaltsamer Abend.

Am Freitag den 18.Mai ist das trübe Wetter vom Vortag wie weggeblasen. Nach dem Frühstück bereiten wir die Bikes für die Tour vor. Unter dem Vordach des Diana stehen 2 große 1200 GS, eine 650 er GS, die 650 Transalp von Werner, Peters dicke XJR1300 Yamaha und Hermann’s Fazer 600. Dann Sigfrieds R1100R. Jeweils Peter’s und Uli’s XJ900, eine CBR, Ferdl’s Kawa sowie Michi’s R1150RT. Ach ja und meine 600er Transalp natürlich. Also 13 Biker wollen gemeinsam durch die Dolomiten geführt werden. Da ich wie gesagt das erste Mal in dieser Gruppe dabei bin, biete ich an den Lumpensammler zu machen. So kann ich von hinten beobachten wie das Fahrverhalten der Teilnehmer ist und mich entsprechend darauf einstellen. Zudem hat sich Ferdl’s Kawa nicht für den Transport einer Sozia bewährt, so dass Andrea bei mir Platz nehmen darf oder muss. Von Welschnofen aus geht es gemächlich Richtung Karerpass. Schon jetzt merkt man dass wir nicht gerade die Renntruppe sind. Vereinzelt werden wir von Autofahrern überholt, die natürlich bei aufkommendem Gegenverkehr gnadenlos in unsere Motorradkolonne einscheren.
In Vigo di Fassa biegen wir rechts ab um in Monea die Auffahrt zum Paso Pellegrino zu bewältigen. Meine kleine Transalp hat auch im Zweipersonenbetrieb keine Probleme der großen Truppe zu folgen. Am Paso di Valles steht dann die erste Zigaretten- und Bio-Pause an. Die Schlange am 00-Häuschen ist lang und bis ich die Stätte der Notdurft verlassen kann, ist unser Tross schon über alle Berge. Andrea tippelt schon von einem Fuß auf den Anderen und hat Bedenken, dass wir die Anderen nicht mehr einholen. Was soll’s, ich verspreche dass wir bei Bedarf auch alleine einen spannenden Motorradtag verbringen können.
Nach den ersten knackigen Kehren dieses Tages bremst ein Reisebus unseren endlich ungehinderten Vorwärtsdrang kurzfristig wieder ein. Ein erfolgreiches Überholmanöver später haben wir zu unserer Überraschung die Indersdorfer Bikerkolonne auch schon wieder eingeholt.
In unverändert gemächlichen Gruppen Tempo folgen wir der Straße über den kurvenreichen Passo Rolle nach Sirior und Tonadico. Hier gönnt Peter sich und den anderen Rauchern wieder eine Zigarettenpause. Mit völlig verölter Bremsscheibe ist die GS650 nicht mehr fahrbar. Die Ursache für den Ölbefall ist auch schnell gefunden. Die am Standrohr angebrachte Autobahnvignette hat den Simmering des Tauchrohrs gekillt. An Weiterfahrt ist nicht zu denken. Der Besitzer der kleinen GS darf nun als Sozius auf einer der 1200 GS weiterfahren. Den Rest übernimmt später der ADAC. Jetzt wo es wieder weitergehen kann, lässt Andrea den Tross lieber vorausfahren und gönnt sich noch einen weiteren Nikotinschub: „Gemach, gemach..." meint sie "...wir haben Zeit und im Zweifel könnten wir ja auch Alleine …..“
Nun folgen Passo di Cereda, Paso Duran, Agordo und Cancellade. Nach der Mittagspause, in der sehr empfehlenswerten Pizzeria Al Ciclamino Scarzanella Romano in Zoldo Alto,  folgen Selva di Cadore und der Paso Giau. Jetzt macht sich auch der enorme Motorrad-Vatertagsverkehr unangenehm bemerkbar. Nach der Mittagszeit scheinen viele Biker ziemlich außer Kontrolle durch die Gegend zu heizen. Auch einer unserer GS – Gastfahrer, mein „Freund“ vom Vorabend, fällt immer wieder durch rücksichtslose Fahrweise auf. Er Lässt sich erst zurückfallen um dann die Gruppe zu überholen und bevorzugt in den Kehren wieder einzuscheren. So bremst er die Anderen natürlich brutal aus und erzeugt eine kritische Situation um die Andere!
Trotzdem kommen wir unfallfrei zum Paso Falzarego, Paso Valparola, Covara und den Campalongopass. In Arabba lassen wir das Pordoijoch leider rechts liegen und fahren nach Buchenstein, Rocca Pietore und den Paso di Fedeia. Hinter  Canazei fahren wir durch das Fassatal und über den Karerpass nach rund 290 km zurück zum Diana.

Auch am Samstag den 19 Mai kann uns kein besseres Motorradwetter beschert werden, so schön scheint die Sonne hinter den Bergen. Nachdem die Ketten geschmiert sind und ich, als überzeugter Nutzer eines Scott-Oilers, meine Mitleidbekundungen anbringen konnte, starten wir hochmotiviert die heutige Ausfahrt.
Von Welschnofen geht erst über den Karerpass nach Canazei. Bereits jetzt lässt sich erahnen dass heute Bikers Hauptausflugstag wird. Vor den Cafés und Hotels in Canazei nehmen ganze Horden von ihnen gerade ihr Frühstück zu sich. Die Auffahrt zum Pordoijoch von Canazei aus ist wie für Rennsemmeln gemacht. Heute begegnen uns hier ungewöhnlich viele 4 rädrige Oldtimer. Neben Alfas Romeo's Giulia, Spider, Sprint bis hin zum seltenen Montreal in rot tummeln sich noch die obligatorischen 911er Porsche, Triumph TR, Morgan Plus 8 und gar ein Miura von Lamborgini. Möglicherweise bereiten sich die Besitzer bereits auf die Mile Miglia vor, welche nächste Woche in Brescia an den Start geht.

Das kurze Intermezzo von altem Blech ist aber leider bald vorbei. In Arabba biegen wir links Richtung Paso Campalongo ab. Zügig und nicht mehr gar so verkehrsreich können wir über Covara, Sankt Martin in Thurn fahren. Die SP29 oder Vallander Straße ist schmal, kurvenreich und verkehrsarm. Nur vereinzelte einheimische Autofahrer kommen uns entgegen. Nie besteht für uns auf dem "Schnauferl"  Gefahr die Truppe vor uns zu verlieren. Auch Andrea auf dem Soziussitz scheint völlig entspannt zu sein und stellt so keinerlei Behinderung für mich dar. Dieser Streckenabschnitt kann also als ausgesprochen angenehm bezeichnet werden. Auf dem Weg über den Kronplatz passieren wir Enneberg, den Furkelpass, Zwischenwasser und St. Virgil bis wir in Olang wieder die Hauptstraße erreichen. Den Kronplatz kannte ich bisher nur als mein bevorzugtes Snowboard Revier. Mit dem Motorrad sind die frühlingshaften Wiesen nicht minder schön zu erleben. Die SS49 bis Toblach ist nicht besonders erwähnenswert, außer dass die Geradeausfahrer nun in ihrem Element sind und es „krachen“ lassen. Zudem ist der Verkehr wieder in unkomfortable Dimensionen gewachsen. So geht es unspektakulär ab Toblach weiter bis zum Abzweig zu den 3 Zinnen.
Die fällige Mautgebühr ist für die paar Kilometer gepfeffert, so dass einige von uns die Gelegenheit für eine Pause nutzen und die Anderen 3 Zinnen gucken gehen oder besser gesagt fahren. Begeistert sind die Rückkehrer nicht gerade. Viel Touristenverkehr hat den Fahrspaß nebst Sightseeing offensichtlich verhindert. Nach dieser längeren Pause finden wir den Weg über den Passo di Croci nach Cortina di Ampezzo. Über den Paso Falzarego nach Arabba wird es wieder gruselig. Nein, nicht die Strecke sondern die Verkehrsteilnehmer und mein GS-fahrender „Freund“ sind wieder das Problem. Ein Eidgenössischer Rennsemmel-Fahrer entschuldigt sich bei einem Halt gar bei mir für den Blödsinn den er eben fabriziert hat.  Na immerhin, ist doch Einsicht ein erster Schritt zur Besserung. Neben diesen unangenehmen Nebenerscheinungen gibt es auch bemerkenswert Tierisches. In einer Kehre mache ich ein Murmeltier aus. Das eigentlich als scheu geltende Tier scheint das bunte, laute Treiben der Zweiradfraktion interessiert zu beobachten und jedem Bike nachzuschauen. Eine tierische Applauskurve sozusagen. Meiner „Transe“ geht langsam der Kraftstoff aus. Andrea muss notgedrungen wieder auf Ferdl’s Kawa die Rückfahrt mit dem Rest der Mannschaft antreten. Werner und Uli wollen mich, wegen meines potentiell drohenden Vortriebsverlusts, auf dem direkten Weg über das Pordoijoch begleiten. Erst lassen wir noch drei 600CBR vorbei die vermeindlich schneller als wir sein werden.
Mir liegt diese Seite des Passes wesentlich besser als die Westrampe. So sind die 3 Rennerles doch bald wieder hinter uns in den Spiegeln verschwunden. Auf der Passhöhe schleichen deren Fahrer dann um unsere „Biederbikes“. Transalp 600 und Transalp 650 – Aha! Was nur 50 PS?? …und die Reifen? Enduro 3 von Metzeler. Ziemlich grob für so viel Schräglage…..und der Eisenhaufen ? ….XJ 900 usw, usw. Die Fragen sind anerkennend und ehrlich gemeint. Aber auf der Rennstrecke hätten wir gegen Eure 600er auch nichts zu melden. So hat jedes Bike sein optimales Einsatzgebiet. Nach dieser angenehmen Unterhaltung fahren wir aber getrennt weiter. Mit den letzten Tropfen Benzin erreiche ich dann die Tankstelle in Canazei
Jetzt können wir beruhigt über den Karerpass zurück nach Welschnofen zum Diana Fahren. Der Abend verläuft Teilnehmerbedingt ähnlich wie der gestrige.
Für den nächsten Tag ist wieder gutes Heimreisewetter angekündigt. Ein Teil Tourteilnehmer möchte schnell über die Autobahn nach Hause fahren. Wir Anderen folgen der Brenner Route. Andrea darf wieder bei mir mitfahren und es könnte eine tolle Abschlusstour werden. Jedoch sorgt der Problemfall der ganzen Tour wieder für eine extrem kritische Situation welche mich mit Sozia unnötigerweise zur Notbremsung zwingt. Wie krank ist das denn. Mir reicht‘s! An der nächsten Ampel gibt es eine kurze aber eindeutige Ansage die wirkt. Für den Rest des Tages, wie auch für die nächsten Ausfahrten, sind wir ihn Gott sei Dank endgültig los. 
Trotz solch kleiner Unannehmlichkeiten war aber insgesamt eine „coole Truppe“ unterwegs. Die Dolomiten sind im Grunde ein Paradies für Motorradfahrer, wenn auch etwas überlaufen. Im Sommer wenn bei großer Hitze noch mehr Busse, Wohnmobile und Autotouristen unterwegs sind, könnte sich das Blatt aber zum Nachteil wenden. Nächstes Jahr kommen wir ja wieder und werden sehen …...

 
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