2008 Dolomiten - MoFa Stammtisch Indersdorf

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2008 Dolomiten

Touren
Vatertagstour 2008 vom 30. April bis 5. Mai 2008

30 April 2008: Wie schon in der Einladung angekündigt, gab es dieses Mal keine gemeinsame Anreise nach Welschnofen. Auch heuer werde ich wieder den Lumpensammler machen und schauen dass niemand auf der Strecke verloren geht. Mittlerweile von der 50PS Transalp auf eine R1200R umgestiegen wird das ein noch leichtes Spiel werden. Früh angekommen habe ich mein reserviertes Zimmer längst bezogen als Werner auf seiner 600er CBR, Peter auf der 1200erXJR und Siegfried auf der R1100R  im Rosengarten eintreffen. Kaum haben wir unser Landungsbier in den Händen, kommen noch unerwartet Michi auf R1150RT und sein Sohn Christian mit der weißen 1000er Fireblade an. Da die Beiden keine Zimmer reserviert hatten wird der Wunsch nach 2 zusätzlichen Einzelzimmern trotzdem, wenn auch nicht ganz so leicht erfüllt. Nach einem sehr guten Abendessen und ausreichend Wein, sind wir dann auch reif für eine ruhige und erholsame Nacht.
Die Tour zum 1.Mai verspricht nichts Gutes. Nebel und Nieselregen begrüßen uns und verhagelt Vereinzelten etwas die Laune aufs Biken. Wohl auch deshalb kann Christian es heute nicht lassen seine Meinung über meine schwarze Boxer von sich zu geben. „Sieht ja Sch….aus und das Bildschirmchen - für was soll das denn gut sein? Altherrenbike…“ usw, usw. Zugegeben, seine „Blade“ sieht schon rassiger und flotter aus …aber ich steh' schon seit meiner Kindheit auf schwarze Boxer. Ob hier in den Dolomiten 180PS wirklich benötigt werden zweifle ich nach den letzten Transalp Jahren insgeheim an. Wir werden sehen.
Wohin die heutige Tour führt weiss außer Peter wohl niemand, also einfach hinterher fahren.  
Da unser Tourguide wie immer darauf bedacht ist die Truppe gemach durch die Dolomiten zu führen, sollte das aber kein Problem sein. Die ersten Kilometer zum Lavazejoch sind dann aber deftig mit Schneebedeckter Fahrbahn und stellenweise sogar mit Glatteis gespickt. Unser Blade-Fahrer denkt schon an umkehren. Da wir aber die Passhöhe schon erreicht haben, kann ich überzeugend vermitteln dass das wohl keinen Sinn mehr macht. Oder doch? Denn auf der Abfahrt ist die Straße anfangs noch stärker mit Schnee bedeckt als die Nordrampe. Dementsprechend vorsichtig müssen die ersten Höhenmeter wieder abgebaut werden.  
Ab Molina blinzelt dann auch schon ab und an die Sonne durch die Wolken. Jetz darf auf der abtrocknenden Straße dann doch schon etwas besser am Gasgriff gedreht werden. Die Strada Valle die Sempra ist breit ausgebaut und wäre wie gemacht für die „Blade“.
Trento streifen wir nur kurz und die alte Bergrennstrecke zum Monte Bondone lassen wir leider auch links liegen. Bei Sonnenschein wird es dann in Padergnone Zeit in der Bar Ristaurante / Hotel Miralaghi eine Pause einzulegen.
Am Nachmittag passieren wir den Lago Molveno und machen an der  Mendl Passhöhe noch einen kurzen Raucherstopp. Auf der Abfahrt bin ich dann in meinem Element. Die kleine Truppe braucht keinen Lumpensammler und Christian ein bisschen Schräglage. Jetzt zeigt sich dann was ein Altherrenbike und sein Treiber leisten können.
Auf der engen Trasse mit ihren kurzen Geraden und scharfen Kurven kann die Blade ihre Leistung nicht ausspielen. Die dicken Kolben der R1200 R treiben das Bike souverän voran und machen Überholmanöver zum Kinderspiel. Die hervorragenden ABS geregelten Bremsen tun das Übrige.
Unten in Eppan angekommen muss ich am Abzweig zur SP14 eine ganze Weile auf die Blade und ihren Treiber warten. Sein Kommentar nun: „ Mann o Mann…sieht immer noch Sch…. aus, geht aber wie die Sau! Und du fährst auch nicht erst seit drei Jahren Motorrad!“. Wo er Recht hat, hat er Recht. Die letzten Kilometer sind Hausmannskost und wieder von der Vernunft getrieben. Straßen sind nun mal keine Rennstrecken. Über Aldein und Deutschnofen fahren wir müde zurück zum „Rosengarten“.

Zwischenzeitlich erwarten uns dann auch Andrea - heuer zum ersten Mal mit eigenem Führerschein auf F650GS und Ferdl wieder auf ZX1000 sowie Hermann mit seiner kleinen 600er Fazer, Peter und Uli jeweils auf XJ900.
Über den Abend brauchen wir wohl keine weiteren Worte verlieren, außer dass wir sind schon mit den Wirtsleuten warm geworden sind und dementsprechend lange ……

Tour 2 am 2.Mai 2008-225km:
Die heutige Tour führt bei strahlendem Sonnenschein von Welschnofen über den Karerpass ( 1745) und Monea zum Paso di Pellegrino (1918) bis Falcade. Andrea macht sich als Motorradfrischling ziemlich gut. Ich bin mir sicher dass sie der letzten Vatertagstour als Sozia auf meiner Transe nicht nachweint. Ohne Schwierigkeiten , nur unterbrochen von kleinen Pausen für die Nikotinsüchtigen,   passieren wir Agopredo um dann in Belluno eine längere Pause einzulegen.

An der Piazza dei Martiri gönnen wir uns Italienisches Eis und Kaffee. 
Die weiteren Kilometer über Ponte Alpi Cognano, Longarono , Val d. Zoldo, Forno d. Zoldo, und den Paso Staulanza (1779), sind auch wegen der frühlingshaften Temperaturen ein Genuss. Nach Selva d. Cadore vertreten wir uns am Fedaja mit Blick auf die Marmolada (2057) etwas die Füße. Die Wolken haben leider wieder die Sonne verdrängt und so beeilen wir uns über Canazei und den Karerpass (1745) zurück nach Welschnofen zu fahren.
Wir haben wieder  eine angenehme und gesittete Tour ohne heikle Situation hinter uns. Bevor das Abendessen lockt, lädt der schicke Wellnessbereich des „Rosengarten“ noch vereinzelt zur Entspannung ein.
Tour 3 am 3,Mai 2008 mit 262km
Obwohl die Sonne bereits in den Morgenstunden den Sieg über den Nebel errungen hat, beginnt dieser Tag wieder frostig damit den Raureif von den Sitzen zu kratzen.
Wieder leitet uns Peter I über Welschnofen zum Karerpass (1745) und die Marmolada ( 2057). Nichts Neues auf dieser Tour aber immer wieder gerne gefahren passieren wir dann Selva d. Cadore und den Paso Staulanza (1779) bis wir in Forno di Zoldo eine kleine Pause einlegen. Weiterhin ausgesprochen Entspannt tuckern wir über noch den P aso .Cibiana (1530) nach Pieve di Cadore.
Die folgenden Strecken sind Hausmannskost  welche auch Cruiser geeignet sind. Sie  führen nach Lozzo di Cadore, Auronzo di Cadore und über den Paso Tre Croci (1805) nach Cortina d. Ampezzo . Hier ist natürlich der Tourismus deutlich zu spüren. Bleiben macht keinen Sinn und würde die entspannte Stimmung des Tages nur zerstören. Ein Anderes mal zum Bummeln und Eis essen gerne – nur nicht heute in den Motorradkombis. Am Paso Falzarego (2005m) machen wir eine weitere Zigarettenpause bevor wir über Buchenstein und Arabba mit dem Paso Pordoj (2239) das Sahnehäubchen der heutigen Ausfahrt erreichen. Die Westrampe ist dermaßen Spannend, dass einige von uns erst einmal den Tross außer Sicht fahren lassen um dann die Auffahrt ungebremst zu Genießen. 
Die restlichen Kilometer über Canazei und den Karerpass ( 1745) nach Welschnofen ...... und den Verlauf des Abends kennen wir ja schon.

Tour 4 (263 km)
Der Abend war lang und die Nacht entsprechend kurz. Trotzdem machen wir uns pünktlich um 9:00 Uhr bei bestem Tourwetter auf den Weg. Von Welschnofen aus fahren wir wie am ersten Tag das Lavazzejoch (1805). Heute ist uns der Wettergott gnädiger gestimmt. Weder Regen noch Schnee noch Eis behindern uns. Cavalese und Predazzo lassen wir ohne Halt hinter uns. 
Der Paso Rolle mit seinen 1970m ist ein erwähnenswertes Schmankerl das richtig Spaß machen kann - wenn der geneigte Biker nicht zu sehr eingebremst wird. So kommt es auch dass sich seit der letzten Pause ein kleines Trüppchen bestehend aus Andrea, Christian, Ferdl, Uli und Werner abgesetzt hat um etwas flotter die Dolomiten zu genießen. Kurz nach Tonadico wird es dann auch Peter II auf seiner XJ 900 zu Gemach so dass auch er einen „Ausbruchsversuch“ startet. Dumm nur dass der Tourguide wohl weitere Fluchtversuche nicht hinnehmen möchte und seinerseits den Gashahn aufdreht. Der Überholvorgang wird daher unnötig in die Länge gezogen, so dass wohl ein mächtiger Adrenalinschub beim Überholenden erzeugt wird. 
Obwohl erfolgreich vorbeigekommen ist sofort ist erkennbar dass der XJ Fahrer nun keinen sauberer Strich mehr hinlegt. Es kommt wie es kommen muss … in einer der nächsten Kurven satt verbremst, dann glatt durch ein 1,4m breites Tor bestehend aus Leitpfosten und Kurvenschild die Straße verlassen. Hinter dem Grünstreifen wartet aber ein rettender Feldweg. Nur ein Umfaller der XJ ist am Ende ist die Folge! Gott sei Dank gut gegangen.
Eine unnötige Situation aber Alter schützt wohl vor Torheit nicht. Nach dieser kurzen Zwangspause lösen wir die Truppe weiter auf. Fahren mehr oder weniger getrennt über den Paso di Cedera (1869) nach Aurine (1299) und Agordo um uns am Paso Duran (1601) zum Mitagessen wieder zu sammeln.
Ein „netter"  Eidgenosse meint sich über uns Bayern und "Schwobe" im Allgemeinen lustig machen zu müssen.  Fragt wer uns denn nun aus dem „Schwobe-Land“ gelassen habe. Schwobe sige' wie's schlechti Wetter - überall wo mas id bruucht....   Siini Schwiiz isch eh s Schönst und Best….. usw, usw.  Am Ende erklären wir dem Almöhi unter Anderem dass der Weg zurück in Seine  Schweiz für ihn noch an diesem Abend zu schaffen sei und er seine Fränkli gerne in überteuerten Schweizer Hotels loswerden könne. 
Seiner Begleitung ist der Vorfall sichtlich peinlich, so dass wir es Vorziehen weitere Diskussionen mit dem Streithahn zu ignorieren und uns lieber unserem Mittagessen wittmen. In zwei getrennten Gruppen fahren wir später über den Paso Staulanza (1773), Selva di Cadore den kurzweiligen Paso Giau (2223) weiter zum Falzareggio (2105) und über den Karerpass (1745) nach Welschnofen .
Obwohl für die meisten morgen der Abreisetag anbricht wird der Abend wieder lang und feucht.
Um nicht wieder auf der Heimfahrt im Motorradstau zu stecken werden einige von uns noch eine Sonntagsausfahrt machen. Sie müssen aber bei der Heimfahrt am Penser Joch doch noch auf den Winterdienst warten der ihnen erste die Überquerung ermöglicht.

Das Hotel Rosengarten glänzte mit gutem Essen, angenehmer Saunalandschaft und sauberen Zimmern. Wenn es auch den Anschein hatte, dass Einzelzimmer nur ungern vergeben werden bleibt trotzdem eine "Empfehlenswert". (Nachtrag: mittlerweile haben nach Renovierung und Ausbau die Übernachtungspreise Im Rosengarten signifikant angezogen).
Trotz des sehr frühen Vatertags Wochenendes sind die Dolomiten wieder gnadenlos überlaufen. Wie schon im letzten Jahr sind nach dem Mittagessen und ab 15:00 Uhr  immer häufiger kritische Fahrmanöver von Motorradfahrern zu beobachten. Entweder lässt allgemein die Konzentration der Biker nach oder sie wollen schnell in die Hotels zurück.
Obwohl in diesem Jahr sogar weniger Verkehr als sonst zu verzeichnen ist, scheint sich Abends am Karerpass das Gros der Biker zu versammeln. Entsprechend irr geht es die letzten Kilometer nach Welschnofen zu. Haarsträubende Überholmanöver häufen sich. Gnadenlos wird auf der Gegenfahrbahn in nicht einsehbare Kurven eingefahren. Meine größte Sorge ist, dass einige von uns letztendlich doch noch von solch einem Kamikaze abgeschossen werden. Spaß macht das nicht mehr und ich überlege mir schon ob dem Stammtisch nicht Alternativen zu bieten wären….. wir werden sehen, denn was der Bauer nicht kennt…..

 
 
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