2010 Vogesen - MoFa Stammtisch Indersdorf

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2010 Vogesen

Touren
Elsasstour Juli 2010

Mittwoch 30. Juni 2010:
Eigentlich als Solo- Erkundungsfahrt für künftige MFST – Ausfahrten gedacht, hatte ich diese Tour auch nicht so nachdrücklich angekündigt und beworben wie sonst. Auch aus diesem Grund sind keine Zimmer gebucht. So bin ich froh am Mittwoch den 30. Juni 2010 um 8:00 Uhr am Treffpunkt im Industriegebiet von Karpfhofen nur Uli mit seiner XJ900 anzutreffen. Bevor wir aufbrechen ziehe ich noch die Liste meiner favorisierten Hotels heraus um für den Abend im Hotel und Campingplatz „ADLER“ in Breisach/Hochstetten noch schnell 2 EZ zu reservieren. Dass nur noch Souterrain-Zimmer verfügbar sind wird sich nachträglich als großes Glück herausstellen.
Wie üblich bringen wir die ersten km bis Ulm auf der A8 hinter uns um dann bei den Schwaben auf möglichst kleine Nebenstraßen auszuweichen. Sehr hilfreich erweist sich dabei das neu erworbene Motorradnavi welches uns fern von großen Hauptstraßen eine ausgesprochen kurzweilige Anfahrt in den Breisgau garantiert.
Ein greiser Württemberger winkt uns vor einer kleinen Dorfgaststätte so freundlich zu, dass ich die Gelegenheit zu einer längst überfällige Stärkung nutze. Zumal das Cafe im Schloß Mochental vorher noch gechlossen hatte. Eine ganze Thermoskanne Kaffee für uns beide, jeweils eine große Apfelschorle und ein mächtig leckerer Schweizer Wurstsalat für schlappe 7 Euro sind doch ein Wort.
Gut Gesättigt geht es über Stetten am kalten Markt, einem kurzen Abstecher in das Donautal, Tuttlingen und Donaueschingen, über Freiburg nach Breisach Hochstetten zum Landgasthof Adler - unserer Unterkunft.
Dass wir nun die wärmste Region Deutschlands erreicht haben, wird uns schon bei der Umfahrung Freiburgs nachhaltig bewusst.
Ziemlich groggy lassen wir den Abend dann auch bei „einem“ kühlen Blonden und leckerem Abendessen ausklingen. Der gute Eindruck den das Hotel auf uns macht bekommt lediglich einen leichten Kratzer als wir den zugehörigen Campingplatz anschauen wollen. Der Zutritt wird uns vom Platzwart verwehrt, Er hätte schon mal die Polizei holen müssen weil sich die Camper so sehr von Spaziergängern wie uns gestört gefühlt hätten ….. ein seltsames Publikum müssen die haben - aber was soll’s, wir wollen ja nicht campen und sind jetzt erst recht froh im kühlen Keller des Nebengebäudes nächtigen zu dürfen!
Am Donnerstag den 1. Juli macht mir meine neue elektronische Straßenkarte etwas zu schaffen. Vogelwild dreht sich das Display bis ich mich nach einigen km Irrfahrt dazu überwinden kann anzuhalten um nach einer Lösung zu schauen…. Aha… die importierte Tour wollte in Luftlinie gefahren werden…das kann meine R1200R nun doch noch nicht aber die Lösung ist dank der einfachen Bedienung schnell gefunden ….wie sagt der Fussbal Lothar in seinen B3 Englisch Lessons immer so nett: Again what learned. Nun geht es erst einmal durch das flache Rheintal zum Touristendorf Riquewihr. In den vergangen 15Jahren seit meinem letzten Besuch dort hat sich hinter der Stadtmauer kaum etwas verändert. Dank der frühen Stunde können wir auch relativ ungestört durch die malerischen Gässlein schlendern und finden, dass der Ort trotz Tourismuslastigkeit einen Besuch wert ist.
Ein einspuriges und teilweise stark sanierungsbedürftiges kurviges Strässlein führt uns nun durch einen schattigen Forret zum Col de Freland. Kurve um Kurve, von einer Schräglage in die Andere kippend reihen sich die Col genannten Pässe und andere, anscheinend nur für Motorradfahrer gemachte Straßen, wie Perlen an der Schnur aneinander. Vom Col de Haute Ribeauville nach Sainte Marie aux Mines kommen wir zu einem Sträßchen bei Liepvre, welches nur noch mit Enduros zu meistern ist. Wir drehen um, schwingen über den Col de Fouchy, Col du Kreuzweg, le Hohwald und Klingental nach Grendelbruch um im Restaurant "Grenuille" Mittagspause zu machen. Wir Beide, der französischen Sprache nicht mächtig, wählen der Einfachheit halber das Tagesmenü. Auch wenn die Dekoration des Lokals hauptsächlich aus diesen kleinen grünen Grenuilles besteht, werden Ulis 
Bedenken, Frosch verspeisen zu müssen, weggewischt. Das servierte Tagesmenues besteht aus der Vorspeise Salat mit Lachs und der Hauptspeise Pasta mit Pute. Über Berembach, Belmont, den Col de la Charbonniere, den Col de la Steige und Col de la Saint Marie fahren wir nach Sainte Marie zurück. Nach gerade mal guten 150 km haben wir genug, sind müde und erschöpft. Also lassen wir das Navi den schnellsten aber trotzdem noch kurvenreichen Heimweg suchen. Am Ende des Tages waren wir dann doch 197km auf überwiegend tollen Motorradstrecken unterwegs. Abends höre ich dann von Uli was ich schon im Südschwarzwald von anderen vernommen hatte ….“ …so 100m geradeaus hätten es schon mal sein können …….“
Da heute der Adler Ruhetag hat und es in Hochstetten keine Alternative gibt, fahren wir nach Breisach zum Türken und nehmen uns noch ein Fläschchen Rotwein mit, welche wir in Ruhe auf der Terrasse des Hotels trinken wollen.
Da bekommt das Haus leider seinen zweiten Kratzer in Sachen Kundenfreundlichkeit. Um 23:03 kommt der „Platzwart“ wieder. Er mault etwas von Ruhetag und Hausordnung. Um 23:00 sei Schluss „un ä Barriere isch id zum drübaschdiiege do“. Ich denke mir das Zitat vom Götz und Uli rettet so gut es geht die Situation - kennt er mich doch schon ein wenig! Damit ist das Haus für mich endgültig aus der Liste als Unterkunft für künftige Stammtischausfahrten gestrichen.

Am Freitag den 2.Juli müssen wir wieder durch das Rheintal. Die völlig unterschiedliche Gestaltung der bunten Häuser und Ortschaften sorgen trotzdem für Sightseeing Gefühle. Sobald wir durch Colmar, die drittgrößte Stadt des Elsass, durch sind beginnt der Spaß von neuem. Turkheim lassen wir rechts liegen obwohl ein flüchtiger Blick auf den Marktplatz Lust zu mehr macht. Es wird schon wieder heiß und so lassen wir uns lieber kühlenden Fahrtwind um die Nase wehen. Über eine schnuckelige Nebenstraße fahren wir nach Orbey und von dort auf einer breit ausgebauten "Rennstrecke" zu einem offensichtlichen Motorradtreffpunkt am Col du Bonhomme. Von dort aus zweigen in jede Himmelsrichtung wiederum fahrenswerte Strecken ab. Bei einem Cafe au Lait an der Kreuzung muss ich immerzu an das „Joe Bar Team“ denken.

Nach einer Schleife über den Col de Pre Raves und den Col de Begnelles kreuzen wir „Joe’s Bar“ wieder um dieses mal ohne Halt links zum Col Louschbach und den Col du Wettstein zur nächsten großen Kreuzung am Col de la Schlucht zu fahren. Der Col de Bramount ist in einem jämmerlichen Zustand und mit Bitumen zu gepappt. Aber die angekündigte Vollsperrung ab Mitte dieses Jahres lässt vermuten, dass zur nächsten Tour dorthin Besserung in Sicht ist. Vorbei am malerischen See mit Blick auf das Chateau de Wildenstein schwingen wir zur Mittagspause zum Gipfel des Grande Ballon (Großer Belchen) dem großen Bruder des Belchen im Schwarzwald. Gesättigt begeben wir uns in die Blutregion des Elsass. Auf dem Weg über Col Amic, Col du Silberloch und Col de Herrenfluh besuchen wir das KZ Natzweiler-Struthof, und den Soldatenfriedhof am Hartmannsweiler Kopf Tausende Deutsche und Französische Soldaten ließen im ersten Weltkrieg auf den Gipfeln ihr Leben.
Davon zeugen heute noch ein gut erhaltenes System von Schützengräben und mit Gras überwachsene Granattrichter, doch bei 35°C Hitze brechen wir unsere Exkursion schon kurz nach dem Friedhof wieder ab.
Wir braten mittlerweile wieder im eigenen Saft und wollen nur noch auf dem schnellsten Weg zurück zum Hotel.

Samstag der 3. Juli ist Weiterreisetag. Ich möchte alte Freunde in Niederhof besuchen und Uli muss das WM Spiel Deutschland – Argentinien sehen. Also machen wir es heute "kurz". Mit den gepackten Motorrädern begeben wir uns erst auf der Bundesstraße von Breisach über Staufen in das Münstertal. Von den leeren Elsässer Straßen verwöhnt habe ich in Wasen genug vom Verkehr und biege dort rechts ab Richtung Mulden und Münsterhalden. Die kleine Straße schlängelt sich geradezu alpin den Berg hinauf nach Hinterheubronn. Dort biegen wir rechts ab um uns nach Badenweiler hinunter zu stürzen. Von dort aus fahren wir, auf einigen meiner alten Feierabend Hausstrecken, nach Marzell, Kandern, Hofen und Sallneck. Hier gilt wirklich: eine Kurve gibt der Nächsten die Hand. Leider geht Uli’s XJ der Saft aus und wir müssen eine Tankstelle suchen. Kein Problem …. oder doch… 
in den Jahren meiner Abwesenheit sind wohl alle kleinen Dorftankstellen eingegangen und so müssen wir doch nach Zell im Wiesental abkürzen.
Von Zell bietet sich aber ein besonderes Schmankerl in Form von sauber zu fahrenden Kehren hinauf nach Riedichen und Schlechtenbach nach Kürnbach. Zwar hatte ich Uli eine Kaffeepause versprochen aber erst muss noch die Schleife über den Sattelhof und den Kehrengraben hinter uns gebracht werden. Ach, am besten auch gleich noch Schweigmatt, Gersbach und über Au in das Wehratal. Die versprochene Kaffeepause in Wehr fällt wegen eines Stadtfestes auch aus. Also gut, dann zeige ich Uli halt gleich noch den Bergsee bei Bad Säckingen. Aber bis dorthin gibt s noch viele viel Kurven…….. zur Mittagspause am Bergsee kommen dann doch 180 km zusammen. Hier ist dann auch Tourende, 
denn es ist wieder schwülheiß und wir genießen nur noch den Ausblick auf den See und das „leckere Schnitzel“ mit vielen vielen E2xx. Kulinarisch wird hier kein Preis gewonnen aber die nette Bedienung gewährt zum Ausgleich Einblicke die einem alten Mann gefährlich werden könnten. Die letzten Km nach Murg - Niederhof sind schnell hinter uns gebracht. 
Dem WM Fußballspiel verfolgen wir mit nettem Publikumim im örtlichen Sportheim . Mit Ana und Ralf genießen wir später den Abend der leider wieder viel zu schnell vergeht.
Über das Gasthaus in dem wir nächtigen gibt es nichts zu berichten ….. für eine Nacht geht’s aber schon.

Am Sonntag den 4. Juli fahren wir endgültig, fast direkt, nach Hause. Na gut, ein paar kleine Täler dürften schon noch drin sein. Ich gönne Uli noch das Steinatal, muss aber wegen Umleitung einen Schwenk zurück nach Stühlingen machen um von dort aus auf Nebenstraßen über Leiperdingen nach Kreenheinstetten zu fahren. In Kreenheinstetten machen wir Rast in der "Traube" , die ich noch von meiner Bundeswehrzeit in guter Erinnerung habe. Der alte Wirt ist mittlerweile verstorben aber Helmut, der "Junior", war schon damals ein begnadeter Koch. Wenn wir mal im Schwäbischen Touren sollten mieten wir uns dort alleine schon wegen der guten Küche ein – versprochen! Heute sind wir zu früh dran und gönnen uns lediglich eine kleine Kaffeepause mit Kuchen.
Der Rest der Tour führt über Sigmaringen und Ulm wieder auf die Autobahn nach Hause …..
Wenn ich jetzt, zu Hause auf die Landkarte schaue ….. Hey Motorradfreunde, es gibt noch etliche Kurven im Elsass die auf uns warten ;o)
 
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