2011 Norwegen - MoFa Stammtisch Indersdorf

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

2011 Norwegen

Touren
Norwegen 5. bis 20. Juni 2011
Sa. 4. Juni:
In Tunau, am Fuße des 1187m hohen Staldenkopfes im Schwarzwald, verabschieden wir und von den Teilnehmern der diesjährigen Vatertagstour um die Fahrt nach Norwegen anzutreten.
Ohne weitere Umwege fahren wir heute Abend über Schönau auf der B 317 durch das Wiesental direkt nach Lörrach. Von der Kreisstadt im Dreiländereck Deutschland Schweiz Frankreich, wird uns der Autoreisezug über Nacht nach Hamburg bringen. Wir sind nahezu die Ersten am Verladebahnhof und haben noch genug Zeit in der 
warmen Abendsonne in die Fußgängerzone zu Bummeln. Beim Griechen in der Lörracher Fußgängerzone genießen wir noch den Abschiedsgyros.

So. 5. Juni:
In Hamburg Altona wartet nach der einigermaßen erholsamen Nacht im Autozug schon Maria auf uns. Nach einem zweiten Frühstück bei Maria’s Freund Holger fahren wir auf schnellstem Weg über die A7 nach Kiel.
Das Norwegenkai ist gut ausgeschildert und auch ohne Navi sicher zu finden. Am Check In der „Color Lines“ heißt es für die Beiden aber erst einmal Abschied nehmen.
Das Verladen der Motorräder funktioniert auch problemlos. Mit den bereitgelegten Spanngurten müssen wir Biker unsere Motorräder selbst verzurren. Die Kabinen sind schnell bezogen und nach einer Dusche kann die Minikreuzfahrt durch den Kattegat und Skagerrak beginnen. Die Preise für die Überfahrt sind übrigens deftig. Die Buchung einer Kabine ist aus Sicherheitsgründen obligatorisch. Pullmansitze sind nicht mehr im Angebot. Da Uli und ich früh gebucht hatten, haben wir zusammen inklusive 2 Motorrädern etwas über 700,- € (2011) bezahlt. Maria als Einzelperson kam da schon ziemlich gut an die 800,-€ heran. Da unsere Kabinen aber von bis zu vier Personen genutzt werden könnte, lassen sich die Kosten für eine Überfahrt bei rechtzeitiger Planung auf ein erträgliches Maß drücken.
Bei bestem Wetter legt die „Color Magic“ pünktlich um 14:00 in Kiel ab. Wir genießen auf dem Sonnendeck die herrliche Aussicht auf die Kieler Bucht. Passieren den Marinehafen, etliche Segelboote und kleinere Frachtschiffe.
Die Fahrt unter der „Storebæltsbroen“ hindurch ist ein ganz besonderes Schauspiel. Alleine der Ostteil der Hängebrücke, die erst seit 14. Juni 1998 den „Großen Belt“ überspannt, ist 6790m lang (Westteil 6611m).
Montag 6. Juni, 166km
Der Tag empfängt uns mit kühler Morgensonne. Noch sind kaum Menschen an Deck der Color Magic. Matrosen reinigen das Schiff von den Hinterlassenschaften der Möwen. Nach und nach füllt sich wieder das Sonnendeck mit Menschen welche die verbleibenden Kilometer durch den Oslofjord auf sich wirken lassen wollen. Die Türme des Rathauses von Oslo, erscheinen am Horizont.
Die Errichtung dieses Gebäudes begann 1915 mit einem Architektenwettbewerb und war erst 1950 abgeschlossen. Es ist ein Gebäude wie „Saure Kutteln“ - entweder man mag es oder man mag es nicht.
Noch bevor die Fähre anlegt machen wir uns auf um die Motorräder von ihren Fesseln zu befreien. Nicht zu früh, denn kaum sind die Bikes befreit und wieder bepackt, öffnet sich auch schon der Schlund des Schiffes um uns in Oslo auszuspucken.
Durch eine Lawine von Blech schlängeln wir uns zur Hafenausfahrt, verlassen sofort die Zufahrt zur E18 Richtung Ortsmitte um Norwegische „Kronen“ zu ziehen.
Doch die „Bankautomaten“ streiken heute. Ach was soll’s, die Tanks sind voll, der Tag ist jung. Es scheint als hätten wir die landestypische Entspanntheit bereits mit der Norwegischen Morgenluft eingeatmet.
Auf der vielbefahrenen E18 verlassen wir nun Oslo Richtung Westen. In Drammen wechseln wir, bei nun wolkenverhangenem Himmel, von der Autobahn auf die E134 um ein Ziel anzufahren, das wir nie erreichen sollten - die Stabkirche von Heddal. Gerade einmal 1,6 KM vor der Kirche fordert mich mein neuer Freund „Garmin“ zur Umkehr auf. In guter Hoffnung dass das Navigationsprogramm mein Ziel kennt, gehorche ich. Wir überqueren das Rollfeld eines kleinen Flughafens und schwingen alsbald, nun bei Regen, durch den hügeligen und landschaftlich reizvollen Telemark.
In Bo halten wir an einer Bank. Der Geldautomatenstreik ist beendet. Unter dem Vordach der Bank nutzen wir auch die Gelegenheit die Landkarten zu zücken. Leider müssen wir feststellen dass wir unser Zwischenziel signifikant verpasst haben. Die Einstellung „Kehrtwenden vermeiden“ hat wohl Priorität vor den Wegpunkten … schade … es wären eigentlich nur 60 km zurück …aber in Anbetracht dessen, dass unsere erste Jugendherberge dafür schon zum Greifen nahe ist und es aus den Wolken schüttet was hergeht, lassen wir wieder die norwegische Gelassenheit walten und fahren weiter.
In Lunde quartieren wir uns in der Jugendherberge ein. Ein sauberes Haus, große Zimmer mit Dusche und WC. Einfach eingerichtet aber sogar mit zimmereigener Kochgelegenheit. Doch erst einmal müssen wir uns trocken legen und machen uns auf um in einem „Kiosk“ die ersten „kulinarischen Erfahrungen“ in Norwegen zu sammeln.
So viel Vorweg, ab jetzt findet unsere Nahrungsaufnahme vorwiegend in Tankstellen und Kiosken statt. Fastfood – mehr oder weniger. Wer täglich besser essen möchte braucht einen gut gefüllten Geldbeutel oder muss sich selbst versorgen. Daher ist das Angebot an „richtigen“ Restaurants auch eher als überschaubar zu bezeichnen. 
Dienstag 7. Juni 333km
Wir haben bestens geschlafen! Die Herbergseltern sind auch heute Früh freundlich und bereiten uns ein annehmbares Frühstück – es kann also weitergehen. Noch hängt Nebel über den umliegenden Bergen aber ansonsten ist es trocken. Heute werden wir den Telemark schon wieder verlassen und die Provinzen Ost Agder und West Agder durchqueren.
Erst führt uns die Route Westwärts an stimmungsvoll nebelverhangenen Seen und Bergen vorbei. Nicht dick und undurchsichtiger Nebel, sondern immer aufgelockert, den Blick auf die Landschaft freigebend, die Welt in eine ganz besondere, mystische Stimmung versetzend.
Sonnenschein wäre sicherlich auch nicht schlecht, aber dies! Kulisse für Sagen und Märchen …Trolle müssen real sein! Schon die wenigen Kilometer nach Fjagesund verzaubern uns.
Bald biegen wir südwärts auf die „41“ ab, folgen den knackigen Serpentinen hinauf und weiter auf der bestens ausgebauten Straße bis Dolemo. Dort wechseln wir erst auf die „413“ dann auf die „42“ westwärts. Ein stetiger Wechsel der Landschaften lässt die Zeit wie im Flug verstreichen. Dunkle Wälder wechseln sich mit sonnigen Mittelgebirgspanoramen ab, tiefblaue Bergseen mit kargen Steinkuppen. Die erste "größere" Ansiedlung auf die wir heute treffen ist Evje mit knapp 2500 Einwohnern. Hier gibt es das obligatorische Tankstellenmenue und viel Kaffee zum Aufwärmen. Signifikant über 15°C wird es heute und auch auf dem Rest der Reise kaum werden. In Eiasland, ca. 6 km vor Kvinlog, biegen wir südwärts auf die kleine Landstraße Nr. „801“ ab. Hier und da ein Gehöft, ganz selten ein Kraftfahrzeug und das einzige was die Ruhe durchbricht sind die Motorengeräusche unserer Bikes. Erst bei Liknes wird es wieder lebendiger. Einer Bundesstraße gleich müssen wir Acht geben um die versteckte Abfahrt von der „E39“ zu unserer heutigen Bleibe nicht zu verpassen. Scharf geht es links in eine unscheinbaren Weg ab der bald zum Naturweg wird. Hier lerne ich auch die Nachteile eines nicht abschaltbaren ABS kennen. Eigentlich rechtzeitig, sehe ich den scharf links abzweigenden Sandweg zur Herberge. Das ABS der R1200R verhindert jedoch wirkungsvoll das Blockieren des Hinterrads und somit aber auch jegliche Verzögerung auf sandiger Piste. Mit meiner alten TRANSALP ging das besser. Maria, die wohl aus Solidarität gefolgt ist und ich wenden weitab des eigentlichen Weges. Künftig müssen Naturstraßen mit der BMW eben etwas sachter angegangen werden – Lektion gelernt.
Aus dem Wald heraus bietet sich ein Idyllischer Blick auf die heutige Jugendherberge „Fosseland“. Ein großes gelbes U-förmiges Gebäude und etliche kleinen „Hüttas“ laden zum verweilen ein. An einem Laden für Jagdausrüstung finden wir einen Zettel der uns den Weg zu unserer Hütta weist. Den Herbergsvater sehen wir erst am nächsten Morgen – auf Anruf seines Nachbarn. Trotzdem eine nette Unterkunft ! Dusche und Toilette im Vorraum, ein kleines Wohn-Essräumchen und die Kammer mit den 4 Kojen – nett – aber es wird kein Frühstück angeboten
Mittwoch 8. Juni 192km
Heute wollen wir zum Lysefjorden, Die vorrangig geplante Suche nach einem Frühstück gestaltet sich schwieriger als Gedacht, denn gleich von der Jugendherberge aus fahren wir auf der kleinen, wenig belebten „803“ nach Norden. Lediglich vereinzelte Anwesen liegen seitlich der kurzweiligen Straße. Kein Dorf geschweige denn eine größere Stadt. Erst wieder auf der „42“ in Sirdal können wir an einer Tankstelle unser wohlverdientes Frühstück einnehmen. Hier treffen wir auch auf einen deutschen Auswanderer der sich lieber die Beine amputieren lassen würde als zurück nach Deutschland ….. es sei so Entspannt und unkompliziert hier … ob es an der Luft liegt???
In Sirdal / Tonstad (je nach Karte) verlassen wir die 42 auf die „468“. Ab hier geht es stet Bergauf. Unmerklich nähern wir uns der Baumgrenze. Erste Schneefelder links und rechts der Straße. In einem Meer aus Fels tauchen auch die ersten Steinmännchen auf. Über Jahrhunderte konnten die Reisenden mit Hilfe der Steinmännchen den Weg durch die Bergwelt Norwegens auch bei Nebel und Wolken, finden. Heute sind sie ein wichtiges Kulturdenkmal und dürfen in weder verändert, geschweige denn zerstört werden. Obwohl wir hier gerade einmal knapp 900 Höhenmeter erreichen fühlen wir uns in hochalpine Gebirgsregionen versetzt. Bevor wir die 27 Haarnadelkurven steil hinunter nach „Lysebotn“ fahren machen wir am Oygardstolen dem „Adlerhorst“ endlich eine Kaffeepause . Eine dieser Kehren wird im Tunnel gemeistert – ein Straßenbauliches Kunstwerk das erst seit 1984 besteht.
Oft fährt die Fähre nicht von hier Richtung Starvanger aber heute haben wir Glück. Nach einem Anruf bei der Reede,wissen wir, dass sich die Wartezeit in Grenzen halten wird und kommen zu einer unvergessenen Fahrt auf der Touristenfähre. Wie auf einem Ausflugsdampfer werden die Sehenswürdigkeiten über Lautsprecher auch in Deutscher und Englischer Sprache erklärt. Vom Fjord aus können wir sogar den „Kjäragbolten“ und den „Preikestolen“ sehen. Hunderte von Fotos landen alleine auf dieser Fjorddurchquerung auf den Speicherkarten unserer Kameras.
Angenehm überrascht von der Unterkunft beenden wir den Abend in dem „Preikestolen Vandrerjhem“.

Donnerstag 9.Juni
Heute ist Wandertag zum Preikestolen. Meist steil windet sich der Weg den Berg hinauf. Wer hier Norwegische Einsamkeit erwarte ist fehlgeleitet. Eines der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Norwegens zieht bereits in der Vorsaison und früh am Morgen die Touristen Busseweise an. Aber trotzdem .. wer noch gut zu Fuß ist sollte die 1,5 bis 2 Stunden Wanderung auf sich nehmen und die Felskanzel 600 m über dem Lysefjord besuchen.
Trunken von der wunderbaren Aussicht lassen wir den Tag in Ruhe ausklingen und das gesehene wirken.
Freitag 10. Juni 282km
Heute setzen wir die Fahrt Richtung Norden zum Hardangerfjord fort. Ab Jorpeland folgen wir der „13“. Nach Halansosen zweigt ein Sträßchen links zu einer Halbinsel ab. Nicht einmal auf der 200er Karte ist diese Verbindung als durchgehend fahrbar eingezeichnet. Was soll’s, wir haben Urlaub und fahren ab. Der „Mut“ wird mit einer kaum befahrener kleiner Ringstraße die um das kleine Eiland führt, belohnt. Der „520“ folgend schrauben wir uns dann ab Sauda die Berge hoch. Der Winter nimmt uns in Empfang. Nebel, gefrorene Seen, Schnee links und rechts der Straße lassen uns im Hochgebirge wähnen, doch zeigt der Höhenmesser meines Navis kaum über 600 m an. In Hara treffen wir wieder auf die bestens und ungewohnt stark befahrene „E134“ . Über Odda Nordwärts erreichen wir Kinsarvik wo wir die kleine Hytta auf dem dortigen Campingplatz beziehen. Hier sind die Toiletten zwar außerhalb der Hütte zu suchen doch da es morgens um 2:00 nur leicht Dämmert ,sind auch nächtliche Ausflüge zur Toilette ohne Taschenlampe zu meistern.
Samstag 11. Juni 300km
Bei Sonnenschein beginnt unsere heutige Tour um den westlichen Hardangerfjort. Bereits am “Latefossen“ machen wir heute die erste Pause. Direkt an der Straße stürzt dieser imposante Zwillingswasserfall 165m in die Tiefe. Ein wunderbares Naturschauspiel das den Zwischenstopp absolut rechtfertigt. In Roldal besichtigen wir die 1250 erbaute Stabkirche. Obwohl Eintritt fällig wird ist Fotografieren ist im Inneren der Kirche verboten. Doch der Unterhalt der alten Holzkonstruktion rechtfertigt diesen üblich zu leistenden Obolus.
Jetzt fahren wir 22 km zurück. Am Südufer des Akrafjorden kommen wir über Haland nach Skanevik. Dort ist Markt und da Die obligatorische Fähre wird wohl nicht so schnell kommen und so haben wir Zeit über den Markt zu schlendern. Letztendlich doch übergesetzt folgen wir auf der „46“ und „551“ dem Hardangerfjord bis wir in Gjorde in die 12 km langen Tunnelröhre Richtung Eithrem eintauchen. Von Utne aus setzen wir dann wieder nach Kinsarvik über.
Mit dem schon obligatorischen Sixpack gebrauter Gerste und eine Brotzeit mit Elch & Rentiersalami lassen wir den Tag ausklingen.

Sonntag 12. Juni 227km
Schon wieder brechen wir zur nächsten Etappe auf. Heute nieselt es aber ein bisschen so dass wir die Regenkombis anziehen müssen. In Brimnes überqueren wir den Eidfjorden. Bis kurz nach Voss folgen wir der Hauptstraße. Verlassen diese abe dann um in das „Bergsdalen“ zu durchqueren. Eine kleine holperige Straße begleitet uns nun erst durch grüne Wälder um später wieder in karge Gebirgslandschaften aufzusteigen. Zwischenzeitlich können wir wieder die Regenkombis in den Tankrucksäcken verstauen. Die Abfahrt von der Hochlage führt durch einen Wilden Taleinschnitt.
Erst mit Dale treffen wir wieder auf eine größere Ansiedlung, fahren kurz auf der E16 und verlassen diese links wieder um der einsames „569“ zu Folgen. Immer wieder wechseln sich in kurzer Folge Fjorde, Wälder, kleine bunte Siedlungen und Berglandschaften ab so dass nie Langeweile oder optische Sättigung auftritt.
In Hest am Sognefjord beziehen wir dann die „Luxushütte“ unserer Tour. Ein Großer Wohnraum Fernseher und WLAN und eine traumhafte Aussicht… .hier könnten wir es länger aushalten…..

Montag 13. Juni 335km
Die Tour um den westlichen Sognefjord beginnt wieder mit Sonnenschein. Wieder kleinste Sträßchen in Frühlingsklarer Luft. Auf der kleinen Brücke über den Iknefjorden haben sich auf dem Geländer morgenmüde Möwen niedergelassen. Als wir nach kurzer Fotopause ihre Ruhe stören ergreifen sie, nicht weniger Fotogen eine um die Andere die Flucht.
Bei Oppedal überlegen wird erst  ob wir mit der Fähre hier schon den Fjord überqueren.. Uli hat mit der Camera sehr eindrucksvoll festgehalten wie Michi auf seine nette Überzeugende Art durchsetzt, dass wir die Fähre heute Früh noch nicht nehmen.
Saftig grüne Wiesen und Wälder begleiten uns ab Bregge den nächsten Kilometer Bergauf. Auf der 344 schwingen wir Kurve um Kurve nach Mosteland, biegen rechts auf die 520 nach Ristnes. Mehrere Anläufe sich einen Snack zum Mittagessen zu gönnen scheitern an nicht verfügbaren Lokalitäten. So folgen wir ohne weitere Stärkung nun der 52 wieder Nordwärts folgen einem schmalen Pfad bis zu einer vermeintlichen Sackgasse und setzen in Sognesjoen nach längerer Zwangspause mit der Fähre auf die Nordseite des Sognefjords über. 
Erst bei der Statoil -Tankstelle in Lavik bekommen wir etwas in unserer leere Mägen. Wir müssen weiter denn in Berge wollen wir wieder auf die Südseite des Fjords übersetze und es ist schon spät. Die Fähre in Berge fährt äußerst selten und so ist es auch kein Wunder dass wir diese Strecke doch wieder zurückhetzen müssen um die nun wirklich letzte Fähre in Larvik zu erwischen. Wir haben es geschafft und können den Abend gemütlich bei Sixpack …….

Dienstag 14. Juni 241km
Heut ist uns der Wettergott nicht so gut gestimmt. Den ersten Teil der gestrigen Tour müssen wir wiederholen um heute das Nordufer des Sognefjords bis zu dessen Spitze im Osten zu fahren. Zwischenzeitlich schüttet es wie aus Kübeln aber unserer guten Stimmung tut dies keinen Abbruch. In Balestrand hat die Luftfeuchtigkeit dann aufgegeben sich in dicken Tropfen auszuscheiden und so gönnen wir uns eine Pause. Bummeln durch den in der Hochsaison sicher belebten Ort. Besichtigen die „Englische Kirche", kaufen Souvenirs und unterhalten uns am Kaffeestand mit der deutschen Betreiberin.
Wieder warten wir auf Fähren und sehen dann kurz vor dem Ende des Sognefjordes auch das typische Norwegenbild. Ein Kreutzfahrtschiff legt gerade wieder ab und bietet uns mir seinem Wendemanöver ein sehenswertes Schauspiel. Noch etwas westlich von Skojolden beziehen wir dann die gemütliche Jugendherberge die zum Wassebaken Kro Ogg Caping gehört.
Mit Lachs und Kartoffeln gönnen wir uns hier auch das erste richtige Abendessen.

Mittwoch 15. Juni 254km
Nach einem leckeren Frühstück beginnen wir heute unserer kleine „Stabkirchentour“.
Bei leicht bewölktem Himmel folgen wir auf der „331“ dem südlichen Ufer des Lustrafjorden zur Stabkirche Urnes. Wie der Pfarrer uns erklärt wurde die Stabkirche zum Schutz vor Witterungseinflüssen frisch geschwärzt. Die Kirche zu Urnes mit ihren bekannten Schnitzereien am Norflügel, wurde 1100 erbaut und ist somit die älteste Stabkirche der Welt. Auf die Führung im Kreise einer Seniorengruppe verzichten wir aber. Nach einem Kaffee begeben wir uns auf eine unterhaltsame Überfahrt von Nedre Bugge nach 
Solvorn. Eine Gruppe aufgeweckter Schüler auf Klassenausflug lässt auf der Überfahrt keine Langeweile aufkommen. Trotz der sprachlichen Grenzen wird letztendlich das Team um „Friends call him Moose“,„the Humpback Wale“ und „Pa“ auf etlichen Handykameras verewigt. Nur das, die Schüler begleitende, Lehrertrio scheint uns nicht ganz zu trauen. Misstrauisch werden wir beobachtet damit ja keines der Kinder über Bord geht oder möglicherweise in unserer Jackentasche verschwindet.
Für Stabkirche von Kaupanger gönnen wir uns lediglich von außen. Errichtet um1200 ist sie die drittälteste Stabkirche Norwegens. Auf dem zugehörigen Friedhof lassen wir uns lediglich ein wenig von der Sonne wärmen und genießen die vorherrschende Ruhe.
Auf der nächsten Etappe zur Stabkirche von Borgund meiden die E16 so gut es geht und folgen der „Historical Route“. Die Kirche selbst wird gerade restauriert und so begnügen wir uns auch hier mit einem Blick auf die von Gerüsten umrahmte Schönheit. Mit ihren Drachenköpfen an den Giebeln weckt die,  gegen ende des 12 Jahrhunderts erbaute Kirche,  Erinnerungen an die Drachenschiffe der Wikinger.
Die große Schleife über Tyinkrysset zurück zur Jugendherberge ist ab Borlo gesperrt. Also müssen wir wieder 42 km retour. Doch was soll’s?  Hier nimmt man solche kleinen Unannehmlichkeiten viel entspannter in Kauf als zu Hause.
Der sehr gut ausgebauten „53“ folgen wir bis nach Ardal. Kaum zu glauben dass die Straße, der Fardalvegen, hier am Ortsende an dieser Wand weitergehen soll. In engen Serpentinen schraubt sich die „302“ dann aber doch den Berg hinauf. Oben empfängt uns im warmen Licht der Abendsonne das liebliche Fardalen. Wieder wechselt die Landschaft von Schwarzwaldtälern gleichender Fruchtbarkeit zu karger Baumloser Gebirgslandschaft.
Auf dem kurvigen und engen Abstieg Richtung Skjolden zur Jugendherberge haben wir dann wieder einmal eine unheimliche Begegnung mit einem deutschen Wohnmobil. Bei dem Versuch zurückzustoßen nimmt der Fahrer zwar die Hupe meiner BMW war, kann aber in seinen Spiegeln wohl nichts sehen. Das Horn muss er wohl als akustische Täuschung gewertet haben uns stüßt weiter zurück. Uli hat zum Glück so viel Abstand, dass er das Hindernis umfahren und so die Situation klären kann. Die Abfahrt auf der „55“ nach Skjolden verträgt aber auch kaum Gegenverkehr. Selbst die Zylinder meines Boxermotors waren beim Passieren des entgegenkommenden Traktors um ein Haar zu breit 
um vorbei zu kommen. Heute Abend bietet der Wirt der Herberge Hackbraten an – da sagen wir doch wieder nicht nein. Bei dem Abschiedsplausch mit der „Herbergsmutter“ finden wir noch heraus dass über den Winter viele Einwohner in Oslo Arbeiten. Ungewöhnlich für uns sesshafte Deutschen aber hier im hohen Norden scheint es wohl üblich zu sein.

Donnerstag 16. Juni 245km
Die nächste Etappe führt uns heute zur nördlichsten Unterkunft unserer Tour am Geirangefjord.
Anfangs folgen wir wieder der „55“ Richtung Süden, biegen dann aber in Sogndal rechts ab. Hierbei meiden wir die „5“ und fahren die ersten Km lieber 
parallel auf der schmalen „211“ Richtung Norden. Mit einem Grandiosen Blick auf den Steinsdalsbreen (Ggletscher) tauchen wir in den Frudalstunnel ein. In Skei biegen wir auf die „60“ ab der wir bis nach Hellesylt folgen. Die Jugenherberge in Hellesylt ist ziemlich ernüchternd. Der Herbergsvater macht zwar einen auf „Megacool“ doch das Ambiente des Containerlagers lässt zu wünschen übrig. Uralte Matratzen, kostenpflichtige Minihandtücher und …. na ja, das schlechteste was wir bisher auf unserer Reise gesehen haben. Trotzdem, die Aussicht auf den Fährhafen und ein Sixpack …….

Freitag 17. Juni 307km
Es ist feucht heute, Bei leichtem Nieselregen starten wir unsere Tour zu der 1936 eröffneten Trollstiegenstraße. Von der Passhöhe bietet sich uns ein fantastischer Ausblick auf die 11 Haarnadelkurven die die 405 Höhenmeter überwinden. Weiter geht es über Stranda nach Andalsnes und in großer Schleife zurück über Molde. Mit einem kleinen Inselhopping schwingen wir über Bratvag und Gausneset zurück nach Hellesylt. Zum Tagesabschluss gönnen wir uns wieder im vielversprechendsten Lokal am Ort ein echtes Abendessen.

Samstag 18. Juni 209km
Die Heimreise beginnt nun unabwendbar. Eskortiert von der „Costa“ und der „Grand Princess“ durchqueren wir zuerst den Geirangerfjort. Wie bereits im Lysefjorden werden die Sehenswürdigkeiten auch in Deutsch erklärt. So erfahren wir von den Nöten der Fjordbauern und deren Ende in den 60er Jahren. Heute werden deren Höfe nur noch durch den Einsatz von Heimatvereinen in Stand gehalten. Vorbei an den Sieben Schwestern und dem gegenüberliegenden Freier erreichen wir dann bald Geiranger. Ohne Pause zu machen verlassen wir den von Touristen 
überladenen Ort um auf dem Hausberg von Geiranger, dem mit 1495m hohen Dalsnibba, einen letzten Blick auf den unbestritten sehenswerten Fjord zu werfen.
Weil wir uns noch nicht von den Norwegischen Landschaften trennen können machen wir noch einen Umweg über die unbefestigte „258“, genießen die winterliche Landschaft an einem Skiberg um dann endgültig Kilometer zu machen. Da es in den vergangenen Tagen offensichtlich heftig geregnet hat, werden weitere unbefestigte Ausweichrouten neben der Hauptstrecke schnell ungemütlich. Erdrutsche und Schlamm sind für unsere Straßenprofile „Suboptimal“. In strömendem Regen erreichen wir in Sjoa dann die wohl beste Jugendherberge unserer gesamten Reise.
Sonntag 19. Juni 279km
Nach einem leckeren mit viel Liebe zubereiteten Frühstück werden wir die 279 KM von Sjoe nach Oslo ohne große Umwege hinter uns bringen. Hier und da mal einen kleinen Schlenker aber dann wartet Oslo auf uns. Die Jugendherberge dort verdient ebenfalls eine Renovierung der Sanitäranlagen aber im vergleich zu Hellsylt ist diese wenigstens sauber. Mit der Tram fahren wir dann noch zum Abschluss unserer Norwegenreise in den Viegelandpark der schönen Körper, können problemlos die Schlossanlage der Norwegischen Monarchen durchqueren und beschließen unsere Norwegenreise und den Abend am Hafen von Oslo.

Anderntags bringt uns die Fähre wieder nach Kiel. Maria zeigt uns den Hamburger Kiez und dann verladen wir die Motorräder auf den Autozug nach München.   Norwegen ….ich glaube wir kommen wieder ….

 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü