2012 Vogesen - MoFa Stammtisch Indersdorf

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2012 Vogesen

Touren
Vatertag Vogesen 2012
Mittwoch 16. Mai 2012:
Die Wintersaison ist endlich vorbei und unsere traditionelle Saisonauftaktstour zum Vatertag steht an. Wieder einmal starten Andrea (Triumph Street Tripple), Peter (BMW F800GS), Uli (Yamaha XJ 900 Diversion) und Michael (BMW R200R) bei Regenwetter. In Sulzemoos warten wir vergeblich auf Norbert (BMW R1200R). Nach einer halben Stunde Wartezeit melden wir unsere Weiterfahrt per SMS und fahren auf der A8 weiter Richtung Westen. Regen und Graupelschauer begleiten uns, so dass wir die in Merklingen geplante Abfahrt von der Autobahn verschieben.
Erst auf der A98 wird dass Wetter besser so dass wir die Autobahn an der Anschlussstelle Rottenburg verlassen um über Land weiter zu fahren. Über Horb am Neckar, Alpirsbach und Schenkenzell schwingen wir nach Schramberg. In Schenkenzell machen wir eine kleine Kaffeepause im Gasthaus/Hotel Waldblick. Das „Waldblick“ ist schon deshalb erwähnenswert weil wir selten so freundlich mit Handschlag begrüßt wurden wie hier. Die Schwarzwälder Kirschtorte ist Hausgemacht und gut. Bei einem kleine „Schwätzle“ mit der Wirtin hören wir auch, dass das Haus über das lange Wochenende durch Biker ausgebucht ist. Man sollte sich diese Adresse wohl für eine der nächsten Ausfahrten merken. Auch Norbert hat sich gemeldet. Wir werden ihn am Zielhotel treffen. Wegen des starken Regens ist er schon im Münchener Verkehr stecken geblieben.
Wie im Flug vergeht die restliche Zeit bis wir über kurzweilige Straßen vorbei an Haslach, Kenzingen in Wyhl am Kaiserstuhl den Rhein überqueren. Colmar und Munster sind schnell erreicht. Ein letztes Schmankerl ist die schmale Auffahrt durch den Wald zum Hotel „Obersolberg“Michael 2 ist mit seiner TDM 850 auch gut angekommen und wartet schon auf uns. Rechtzeitig zum (leckeren und umfangreichen) Abendessen trifft auch Norbert ein.
Donnertsta. 17. Mai:
Wenn man sich am Obersolberg über eines nicht beschweren kann ist es Lärm. In absolut ruhiger Umgebung habe ich wunderbar geschlafen. Nach dem Frühstück fahren wir uns durch einen typischen Elsässer Wald auf der kleinen kurvigen D40 warm. In Wintzfelden stößt wieder Norbert, der leider wegen seiner späten Anmeldung in unserem Hotel kein Zimmer mehr erhalten hat, zur Gruppe.
In Cernay treffen wir auf Maria und Holger (beide auf Kawasaki Zephyr 750) die mit dem Autozug aus Hamburg nach Lörrach angereist sind. Es ehrt uns dass die Beiden die weite Anreise angetreten sind um mit uns das lange Wochenende zur verbringen. Bei der Fahrt aus Cernay heraus begleiten uns dann auch schon die ersten Störche - zu Recht das Wahrzeichen des Elsass.
Wir folgen der gut ausgebauten „Route des Gretes“. Kurve um Kurve schwingen wir auf der bestens ausgebauten Straße erst über den „Col du Herrenfluh“, dann „Col du Silberloch“ dem Grand Ballon entgegen dass es eine wahre Freude ist. Der Fahrspaß wird kurz vor dem „Col du Amic“ jäh von einem entgegenkommenden schwarzen Peugeot gestört. Auf Grund überhöhter Geschwindigkeit verliert der Heißsporn in der Kurve die Kontrolle über sein Fahrzeug, und rammt den uns vorausfahrenden Renault Clio, so dass uns nur die Flucht in den Grünstreifen bleibt. Herumfliegende Plastiktrümmer treffen mich zwar, verursachen aber keine weiteren Schäden. Der Blick zurück lässt beruhigt erkennen dass keinem unserer Gruppe etwas geschehen ist. Doch leider ist der Unfallverursacher längst auf Nimmerwiedersehen hinter der nächsten Kurve verschwunden. Mögen ihm bei der nächsten, nächtlichen Ausfahrt irgendwo im Nirgendwo sämtliche Kolben fressen und das Getriebe an Zahnausfall leiden. Nach diesem kurzen Intermezzo gönnen wir uns am „Grand Ballon“ die erste Stärkung. Auf dem Parkplatz tummeln sich heute neben den üblichen Bikes auch kleine Gruppen Renault Alpine A310, Alfas aus demselben Jahrzehnt und natürlich die obligatorische Porschesammlung.
Gestärkt gleiten wir dann bei Sonnenschein Kurve um Kurve die breite D27 hinunter nach Wildenstein. Die etwas schmälere Straße zum „Col de Bramon“ hat schon alpinen Charakter. Kehre um Kehre folgt begauf. Ungetrübter Fahrgenuss nur gestört von selbstquälerischen Rennradfahrern die PKW und Biker zu manchmal riskanten Überholmanövern verleiten. Den Abzweig zum „Rothenbach Kopf“ hätte ich fast verpasst. Durch das abrupte Abbiegemanöver bin ich nicht sicher ob alle 8 den Schwenk mitbekommen haben und zähle die mir folgenden Scheinwerfer …passt. Doch nachdem wir auf der einspurigen Waldstraße bald von einem Trio einheimischer Motorradfahrer überholt werden, ist klar - wir haben Verluste zu vermelden. Andrea, Peter und Michi II sind weg. Norbert dreht zwar noch einmal um, aber die Drei sind wohl schon den direkten Weg zum „Col de la Schlucht“ gefahren. 
Wie dem auch sei, Peter hat die Tagestour auch auf sein Navi geladen und wird möglicherweise der Route folgen. Also weiter über den Col de la Schlucht, dem „Col du Lousenbach“ zum „Col Bonhomme“. Am Bonhomme treffen sich vorzügliche Motorradstrecken aus jeder Himmelsrichtung. So machen wir die nächste Baguette Pause direkt an der großen Kreuzung in „Joes Bar“. Heute werden wir 8 wohl nicht mehr zusammenfinden. Also begeben wir uns zu unseren Motorrädern um die letzte Etappe der heutigen Einstiegstour zu meistern. Kurve um Kurve treibt es uns durch das warme Licht der Abendsonne. Namen wie „Col du pre de Raves“, „Col du Bagnelles“, „Col du Haut Ribeauville“ und „Col du Freland“ wischen am Straßenrand auf dem kurvenreichen Weg zum Hotel an uns vorbei.
Auch die drei verlorenen Freunde sind schon gut im Hotel angekommen…..
Freitag 18. Mai-Odilienkloster:
Das Obersolberg bekommt täglich Besuch … .Ein Damwildweibchen holt sich beim Nachbarn regelmäßig ihr Frühstück ab und verschwindet dann wieder im Wald. Ein nettes morgendliches Schauspiel welches zeigt das Mensch und Tier auch ganz gut gemeinsam könnten ….wenn nicht der Hunger wäre.
Nach unserem Frühstück stößt auch Norbert wieder zu uns. Die Tagestour kann beginnen. Bereits nach wenigen km müssen wir in Munster halt machen um Medikamente zu kaufen. Der Rest von uns nutzt die Gelegenheit um die Storchenpaare rund um den Marktplatz zu beobachten. Ein seltenes Schauspiel das wir so lange wie möglich genießen. Ab Munster halten wir uns westlich und schwenken in Stosswihr nach Norden. Sofort beginnt ein Kurvenparadies den Col d Wettstein hinauf. Am größten See der Ostvogesen, dem Lac Blanc halten wir an  um ein Gruppenfoto zu machen. Den Aufstieg zur Marienfigur sparen wir uns heute.
Auf dem Weg zu unserem heutigen Kulturziel, dem Odilienkloster, passieren wir erst die Col genannten Pässe Lousenbach, Bonhomme, Col d Mandrei, Col d Urbeise und Col de la Steige. Keine mächtigen Bergriesen jedoch Kurvengenuss vom feinsten. 
Immer kann zügig gefahren werden und was tatsächlich geht (oder auch nicht) zeigen uns immer wieder ortskundige Biker. Am Col de la Charbonniere, machen wir wieder Pause. Hier ist an sonnigen Wochenenden offensichtlich Motorradtreff. Ein großer, heute wenig besuchter Parkplatz zeugt von dem sonst notwendigen Platzbedarf. Es fällt schwer die Richtung zu wählen, versprechen doch die gewundenen Lienen auf meiner Straßenkarte Fahrspaß in jeder Himmelsrichtung. Nach der Stärkung mit Cafe au Lait entschließen wir uns nicht für den kürzesten Weg zum Kloster, sondern fahren in einer Westschleife erst zu dem ehemaligen Konzentrationslager Natzweiler-Struthof. Auch hier verzichten wir auf einen Museumsbesuch, gönnen aber den Rauchern ihren Nikotinschub.
Zum nächsten Etappenziel, dem Odilienkloster, ist es nun nicht mehr weit. Die Auffahrt zum Kloster führt uns wieder durch einen kurvengespickte, fahrerisch anspruchsvollen, kurzweiligen Wald. Zu unserem Schrecken eröffnet sich uns nach einer Kurve der Blick auf einen mächtigen Parkplatz der nichts Gutes verspricht. In dem großen Kloster, das zu Recht auch eines der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten im Elsass ist, verlaufen sich die Menschenmassen aber. Wir sehen uns intensiv um, lassen uns die einzigartige Sonnenuhr erklären und gönnen uns vor der Weiterfahrt ein schnelles, belegtes Baguette. Die aufziehenden Gewitterwolken am Himmel werfen unserer weiteren Plane für den Tag um. Wir einigen uns den kürzesten Weg zum Hotel zu wählen. Über Selestad, Ribeauville, Bennwihr und Wintzenheim eilen wir zum Obersolberg, den wir auch trocken erreichen.
Samstag 19. Mai Haut Königsbourg:
Wir haben die Wahl südlich unseres Standortes kleine kurvige Waldstraßen zu Erkunden oder weitere Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Nach demokratischer Abstimmung wählt die Mehrheit nochmals die Nordroute um als Highlight des Tages die Haut Königsbourg zu besuchen.
Wir fahren von Munster über Stosswihr zum Col de la Schlucht! Hier oben treffen sich aus allen 4 Himmelsrichtungen die feinsten Motorradstraßen. Entsprechend groß ist daher auch das Aufkommen der motorisierten Zweiradfraktion und, wie sollte es auch sein, der blauen „Rennleitung“. Wir können aber unbehelligt weiterfahren, überqueren den Col d Lousenbach um uns am Col d Bagnelles eine erste Pause zu gönnen. Nach dem Cafe au Lait ist es nur noch ein Katzensprung über den Col de pre Raves zur Koenigsbourg. Ganz Frankreich und das Grenzgebiet scheinen sich heute auf dieser, sicherlich sehenswerte Burg treffen zu wollen. Die im 12. Jahrhundert erbaute Koenigsbourg ist Zeitzeuge mehrerer Jahrhunderte innereuropäischer Auseinandersetzungen und Rivalitäten zwischen Lehnsherren, Königen und Kaisern. Die Mauern haben viel zu Erzählen und deshalb gestaltet sich wohl auch die Auffahrt zum angesagten Motorradstellplatz zäh und schweißtreibend. Im Stau stehend beschließen wir ein weiteres Mal 
und schweren Herzens diese Sehenswürdigkeit heute auszulassen und gleich weiter nach Riquewihr zu fahren. Nur wenig später sind wir auch hier auf Parkplatzsuche, können uns aber verstreut zwischen parkende Autos quetschen. Riquewihr ist auf Grund seines, seit dem 16 Jahrhundert unversehrt erhaltenem Stadtbilds, ein weiterer Touristenmagnet der Region. Trotzdem bummeln wir ein wenig durch den Ort, finden gar ein Café mit Platz für die ganze Truppe und lassen die beeindruckende, beschauliche Kulisse auf uns wirken.
Es ist warm und daher beschließe ich die meist einspurige aber schattige Waldstraße zum Col d Freland zu fahren.
Nach Orbey und Tannach wollen wir die Festung Lingenkopf besuchen, verpassen aber irgendwie den Anschluss und irren auf kleinen aber spannenden Wegen rund um den Col du Linge herum. Letztendlich finden wir die Festung aus dem 1. Weltkrieg doch. 
Vom 15. Juli bis zum 20. Oktober 1915 sind hier nahezu 17 000 französische und deutsche Soldaten gefallen. Selbst heute noch werden immer wieder Gefallene entdeckt zu deren Gedenken dann schwarze (deutsche) und weiße (französische) Kreuze aufgestellt sind. Nach Besichtigung des Museums und der gut erhaltenen deutschen Stellungen machen wir uns auf den Weg zurück zum Hotel. Einen bitteren Beigeschmack hinterlässt das Passieren einer Unfallstelle bei Hohrod. Eine Gruppe deutscher Motorradfahrer hat ihre Maschinen am Straßenrand abgestellt und die französische Rettungsmannschaft bereitet sich mit Klettergeschirr wohl auf die Bergung des Verunglückten vor. Es ist nicht von der Hand zu weisen, das Elsass ist ein Eldorado für Motorradfahrer, verzeiht aber auch allzu forsche Gangart nicht. Auf den letzten Metern erwischt uns heute tatsächlich noch der Regen, aber wegen der paar Minuten verbleibenden Wegs machen wir kein Aufhebens davon.
Den letzten Abend im Obersolberg feiern wir natürlich gebührend.
Sonntag. 20. Mai
Nach dem Frühstück ist nun die Heimreise angesagt. Die Mopeds sind gepackt und sogar Norbert steht pünktlich vor unserem Hotel. Michi II wird, wie schon auf der Anreise seine eigenen Wege gehen. Maria und Holger haben noch etwas Zeit da ihr Autoreisezug nach Hamburg erst abends um 21:00 Uhr geht. Andrea, Peter, Uli, Norbert und ich wollen die Rückfahrt ebenfalls zu einer kurzweiligen Tour gestalten und fahren gemeinsam über Gutach, Furtwangen, St Georgen, Rottweil, Meßstetten und Albstadt nach Münsingen um dann ab Merklingen die A8 nach München zu nehmen.

 
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