2013 Haut Provence Enduro - MoFa Stammtisch Indersdorf

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2013 Haut Provence Enduro

Touren
Endurofreizeit in der Provence vom 1. bis 9. Juni 2013
mit
Teambuctou über Motorrad Action Team gebucht

Der erste, nicht selbst geplante Ausfahrt ist eine über Motorrad-Action Team gebuchte Endurotour vom 1. bis 9. Juni 2013 in die Haute Provence. 
Wir haben die Fortgeschrittenentour gebucht, denn ein paar Meter Feldweg haben wir ja schon unter die Stollenreifen genommen. 
Was aber wirklich Fortgeschritten ist werden wir bald selbst erfahren.

Die Tour selbst wird organisiert und durchgeführt von Uta Baier‘s "TEAMBUCTOU"Das Basislager ist die schöne "Domaine de Fombeton"
F - 04200 Vaumeilh, Frankreich,
Telefon: 0033 4 92 62 12 66
Fax: 0033 4 92 62 12 67)
Das Team "TEAMBUCTOU" um Uta Baier hat überzeugend für eine unvergessliche Endurofreizeit gesorgt. Vielen Dank dafür!
Der Bericht
Eigentlich wollten Hans und ich auf eigene Faust die Ligurische Grenzkammstraße, die Schotterwege der Seealpen und alles was sonst noch in dieser Region nach Staub riecht unter die Räder nehmen.
Aber dann ist mir kurz vor zum Jahreswechsel mit der MOTORRAD das Prospekt des Motorrad Action Teams in die Hände gefallen.
Die Entscheidung für die organisierte Tour fiel nicht sonderlich schwer. Nach und nach und ohne großen Überzeugungsaufwand anwenden zu müssen, haben dann auch noch Uli und Joerg gebucht.
Nach schier endlosen Wochen ist es dann endlich soweit. Der 1. Juni ist endlich da.
Die Schweizer AB Vignetten kleben an Zugfahrzeug und Anhänger. Die Motorräder sind verladen und wenn man den Nachrichten Glauben schenken darf, wird Deutschland in den nächsten Tagen unter Wasser stehen. Ohne Eile machen Joerg und ich uns Samstagvormittag vom Dachauer Hinterland (DAHILA) über Bregenz und die Schweiz auf den Weg in die Haute Provence. Als sich Hans und Uli gegen 0:30 auch aufmachen schlafen wir bereits tief und fest im Holiday Inn Express, Grenoble /Bernin.
2. Juni 2013
Die letzten 162 km warten heute auf uns also machen wir entspannt wie am Vortag weiter. Frühstück ohne Eile. Eine alte 2CV braucht ein bisschen Zündung einstellen, Kerzen reinigen und etwas Kontaktspray aus meinem Werkzeugkasten und schon kann die für den netten Herrn, nach einem ebenso netten Ratsch die Schnauferl Ausfahrt weiter gehen. Alte Technik verbindet eben.

Als wir um 12:33 in der Domaine de Formbeton ankommen, sehe ich schon die Rückansichten von Uli und Hans. Nicht ganz so ausgeruht wie wir aber wohlbehalten haben auch sie ihre verregnete Nachtschicht überstanden.
Die Domaine de Fombeton, ein Gutshof aus dem 15. Jahrhundert, ist liebevoll hergerichtet. Viel Arbeit liegt hinter dem Team des Hotels. Wohl aber auch noch eine Menge davon vor ihnen. Mir gefällt die nicht sterile Atmosphäre und es ist spürbar, dass hier ein ECHTES Motorradfahrerhotel vor uns steht.
Die Begutachtung des bereits vor Ort befindlichen Führparks lässt uns dann aber doch ein bisschen Grübeln. Meine Beta, mit ihren Vollgetankt 143 kg (ich habe nachgewogen), ist schon nicht die leichteste der hier anwesenden grobbereiften Enduros. Die KLR 650 von Franz sowie die XT660 von Hans scheinen im Vergleich schon richtig Fett angesetzt zu haben. Von den Sumo Ringern in Form der 900+ ccm großen KTMs von Uli und Jörg wollen wir gar nicht erst reden!
Hier stehen sonst nur 2Takt Trial OSSAs, federleichte 250 2T KTM und Husquarna sowie 2 Top 450er BMW herum ….. Endurowandern also… aha!
Das gemeinsame Abendessen mit anschließendem Briefing lässt uns aber wieder aufatmen. „Wolle“, der als Tourguide eine 2 taktende KTM fährt, wird wohl die harten Routen fahren. „Mario“ auf einer HPN 2 Ventil BMW die mittelharten Routen und „Roland“ auf Suzuki DRZ400 macht die Genießer Tour …. wir wissen dass wir zu Roland wollen!
3.Juni: 
Schauen wir mal was uns erwartet! Das Frühstück war reichlich und gut. Die heutige Tagestour beginnt um 9:00 Uhr an einer Tankstelle mit der Auswahl des Tourguides. Eigentlich wollen die meisten zu Roland, einige zu Mario. Wolle scheint mit seine Sportenduro alleine auf Tour zu müssen. Am Ende jedoch schaffen die 3 erfahren Guides die Gruppe gleichmäßig unter sich aufzuteilen. Wir Dachauer schaffen es vereint bei Roland unter zu kommen. Zu uns gesellen sich noch Uwe  auf Alp 4.0 und Franz mit seiner KLR 650 in der Blümchenpflückerrunde.
Treffpunkt für die erste Pause wird die „Bushaltestelle“ sein – klingt entspannt. Am Bus angekommen wissen wir aber dass Endurowandern auf keinen Fall mit einem Sonntags-Spaziergang verwechselt werden sollte. Zumindest für uns DAHILAs war die erste Auffahrt, mit ihren relativ groben Schotteranteilen, schon atemraubend und schweißtreibend. Die erste Sumo KTM geht, wenn auch unspektakulär, zu Boden.
Im Gestrüpp steht tatsächlich das verrottete Gerippe eines Omnibusses. Wir fragen uns wie der einst hier hoch gekommen ist.
Den ganzen Tag werden wir durch die Montagnes de Chabre und de la Clavière geleitet. Immer wieder wechseln anspruchsvolle Abschnitte mit scheinbar unüberwindbaren groben Geröllanstiegen, mit einfach und erholsam anmutenden Feldwegen. Mal überraschen radtiefe Wasserlöcher und dann wieder Aussichten wie die eines kleinen Monument Valleys an der Route des Gretes.
Detaillierte Routenbeschreibungen oder gar Tracks werden wir hier, aus guten und hoffentlich nachvollziehbaren Gründen, aber nicht bieten.
Müde und geschafft haben wir uns nach dem ersten Tag das leckere 4-Gänge-Menü in Fombeton redlich verdient.
Was für einen Tag haben wir hinter uns, was für einen Muskelkater werden wir morgen haben……

Die nächsten Tage bescheren uns einige fahrerische Highlights. Oft über längst vergessene Wege erreichen wir einige der höchsten Gipfel der Region. Die vielen Geröll Auf- und Abfahrten fordern manchmal einiges an Überwindung, Lernwillen und Teamfähigkeit. Die ersten nicht dramatischen Ausfälle an Mensch und Maschine sind bereits am ersten Tag zu vermelden.
Mittags lassen wir uns in echt französischen Bistros verwöhnen.
Im Laufe der Woche geht es über Bergpfade der Montagne de Bouvrège, dann auf scheinbar unbekannten Wegen durch die Bergwelt des Drôme.
Die Abfahrt über den Berggrat der "Crete des Selles" bietet uns, nach verdienter Verschnaufpause, einen grandiosen Blick auf die weite Tallandschaft tief unter uns. Sogar eine Flussdurchfahrt sorgt für Abkühlung.

Der letzte Tag hat noch einmal einige fahrerische Steigerungen in den Montagnes de Lure zu bieten. Den einen oder anderen Ausfall an Mensch und Maschine muss dann doch noch vermeldet werden. Am Abend lassen wir dann die vergangene Woche noch einmal Revue passieren.
Das Grillfleisch schmeckt, das Bier und der Wein auch. Wir haben eine phantastische Woche verbracht obwohl einige Ausfälle an Mensch und Material zu melden waren.
Neben einem durchgeschlagenen Ventildeckel, einem malträtierten Motorgehäuse sowie einer durchgebrannten Kupplung, waren noch diverse Hebelchen zu Bruch gegangen.
4 FahrerInnen sind im Laufe der Woche wegen diverser Verletzungen in die Zwangspause gegangen. Nichts Dramatisches, jedoch ausreichend behindernd um Fahruntüchtig zu sein.
Für die Könner war es ein gemütlicher Ausflug. Für weniger Geübte eine Herausforderung mit der Erkenntnis, dass mehr geht als man sich eigentlich zugetraut hätte. Auf alle Fälle war es die Reise Wert und wir werden noch lange davon zehren. --> zum Album

 
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