2014 Schwarzwald Süd - MoFa Stammtisch Indersdorf

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2014 Schwarzwald Süd

Touren

Vatertagstour 2014 in den Südschwarzwald

Langweilig könnte man meinen.  Schon wieder Südschwarzwald. Aber egal, irgendwann ist für ein Verlängertes Wochenende die Anfahrt zu weit und man besinnt sich auf bewährt Kurzweiliges.

Astrid und ich sind bereits am Sonntag angereist, waren in Freiburg bummeln, haben alte Freunde besucht und uns in Basel  mit den sagenhaften Wiskystängeli der Konditorei Krebs versorgt.
Im Gegensatz zu den meisten anderen Geschäften in der Schweiz, kann der Einkauf dort  immer noch nur mit „Fränklie“ beglichen werden. Ob Tradition, bewusste €-Abgrenzung oder einfach nur mangelnde Flexibilität der Grund dafür  ist, lässt sich schwer beurteilen. Die teure Leckerei ist den notwendigen Gang zum Geldautomaten bei der Post um die Ecke auf alle Fälle wert. Mit all den Besuchen wird es Mittwoch bis wir endlich Zeit für unsere „Gugeltour“  finden.
Bei durchwachsenem Wetter machen wir uns also von unserem Stammhotel,  der Tanne in Tunau, auf in den Hotzenwald.
Zur Info für meine Bayerischen Freunde und Arbeitskollegen: Der Hotzenwald ist ungefähr das Gebiet im Westen begrenzt durch die Wehra, im Norden durch den Oberlauf der Alb bei St. Blasien, im Osten etwa durch die Schlücht und letztendlich im Süden durch den Hochrhein und Klettgau. Also bin ich KEIN Hotz…..ich bin Dinkelberger!!
Wir fahren die B317 Richtung Süden um dann in die K7302 nach Stadel, Stutz und Holz abzubiegen.  Eine kleine, feine Straße windet sich hier den Berg hinauf. Nach einer  Linkskurve halte ich an einem Parkplatz an um die,  im warmen Licht der Morgensonne, besonders schöne Aussicht auf die Bergwiesen zu genießen.  Schnell ist beschlossen, dass wir dieses Sträßchen unseren  Nachzüglern auch fahren werden.  In Stutz gab es einst den besten Schwarzwälder Speck den ich je gegessen habe. Leider ist der Landwirt schon vor Jahren viel zu jung verstorben und mit Ihm wohl das Rezept für seine ganz besondere Räuchermischung.  In der Kurve auf Höhe von Kastel treffen wir wieder auf die B317. Nur ein paar hundert Meter verbringen wir auf der Bundesstraße um bei Mambach auf die L146 Richtung Osten/Todtmoos abzubiegen. Über Wehrhalden und Strittmatt versuche ich mich dem Gugelturm zu nähern. Die Auffahrt ist nicht besonders gut ausgeschildert und so benötigen wir mehr als einen Anlauf bis wir das Motorrad parken und den kurzen Aufstieg zum Gugelturm in Angriff nehmen können.
Vom Gugelturm aus haben der Biker und alle anderen Menschen einen Wunderbaren Ausblick in den Hotzenwald und die Schweiz. Bei klarem Wetter könnte man auch die Berge der Alpen sehen  doch bleibt, bei den heute durchwachsenen Wetterbedingungen, nur die Dampfwolke des AKW Leibstadt im Blick. Nach einer Steaksemmel und Würstl vom Schwarzwaldverein wollen wir aber bald wieder weiter, fahren  über Altenschwand nach Rüttehof. In Wehr machen schon wieder halt um die Burgruine Werrach zu Besichtigen. Vom Wachturm aus haben wir eine wunderbare Sicht auf Wehr und den Ausläufer unseres nächsten Motorradschmankerls - das Wehratal.

In Au verlassen wir die Wehra Richtung Gersbach und fahren zurück in das Wiesental nach TunauMein alter Freund und Motorradmentor Peter, den wir Vortags besucht hatten, wollte zwar zum Abendessen kommen, hat aber dann doch kurzfristig abgesagt. Eventuell klappt es ja Morgen auf eine gemeinsame Tour durch den Wald. Hans und Manuela sind mittlerweile auch angekommen und so kann der kulinarische Teil des Abends in Angriff genommen werden.
Der heutige Donnerstag (Feiertag) empfängt uns mit Sonnenschein, nach einer Runde im Hallenbad der Tanne und ausgiebigem Frühstück bollert unverkennbar Peter’s Max vor das Hotel. Ich freue mich heute nach etlichen Jahren wieder einmal dem roten Gespann folgen zu dürfen. Vor beinahe vierzig Jahren haben wir uns kennengelernt, sind ab und an mit unseren 17 PS Maschinchen (NSU Max und Honda CB200 Disk) über den Dinkelberg gehoppelt oder haben im Motorsportclub unsere Freizeit sinnvoll gestaltet. Die heutige Tour führt uns erst einmal über den Hochgescheid nach Herrenschwandt und Hintertodtmoos. 
Das alte Gespann müht sich sichtlich den Berg hinauf. Aber die Kurvengeschwindigkeiten der alten Lady sind trotzdem nicht von schlechten Eltern. Peter turnt dazu, mit seinen heute 78 Jahren, immer noch so auf dem Gespann herum wie Ende der 70er. Bergab geht es dann wieder flott wie eh und je voran. An den Steigungen des Schwarzwaldes wird mir wieder bewusst wie mühsam sich viele Deutschen Urlauber Ende der 50er Jahre mit DKW, BMW und Max Gespannen, samt Campingausrüstung über die Alpenpässe nach Italien gekämpft hatten. Wir bummeln aber fröhlich über Unterlehen, Menschenschwand und zum Motorradtreffpunkt an der Schluchseestaumauer. Hier gönnen wir uns Kaffee und Kuchen. Peter möchte uns nicht weiter „ausbremsen“ und wird auf eigenen Wegen nach Hause fahren. Schade eigentlich aber das Max Gespann ist hier in der Gegend so bekannt, dass Peter bereits vor unserer Abfahrt wieder in Benzingespräche mit alten Bekannten verwickelt wird. Langweilig wird ihm also nicht werden und so machen wir uns auf uns alleine gestellt auch wieder auf den Weg.
Gemütlich und kaum schneller als Vormittags schwingen wir durch den Hotzenwald nach Höchenschwand, Remetschwiehl und Gurtweil. Schwenken dann gen Norden um ein weiteres Bikerhighlight , das Schlüchtal zu durchqueren. Dann streifen wir wieder auf der B500 den Schluchsee fahren bis nach Bärental und über den Feldbergpass nach Todtnau. Nach kurzer Rücksprache mit dem Team entscheiden wir das es für die „Schwarzwälder“ doch noch etwas zu früh ist. Also schwenken wir rechts ab nach Muggenbrunn und den Notschrei. Da am heutigen Feiertag für uns Motorradfahrer der Schauinsland gesperrt ist, nutzen wir die kleine Storenstraße hinab in das Münstertal.
Auf der Storenstraße kommt uns ein wohl desorientierter Hondafahrer entgegen der wohl nicht glauben kann, dass es hier Gegenverkehr gibt. Kurz vor knapp kommt er wieder zu sich und wechselt doch noch auf seine Fahrbahnseite. Zurück zur Tanne geht es dann über das unfallträchtige Münstertal. Eine Ernüchterungstafel zählt die, bei Motorradunfällen verletzten und verstorbenen Fahrer und Beifahrer. Erschreckend wie hoch die Zahlen bereits am Saisonanfang sind. Hoffen wir, dass hier nicht bald die nächste Streckensperrung zur Debatte steht. Über Wieden und Utzenfeld kommen wir dann endlich zur Tanne, wo die sagenhafte Schwarzwälder Kirschtorte der Frau Ruch auf uns wartet. Astrid, Manu, Hans und ich begeben uns auf eine „kleine“ Verdauungstour zum „2 Städteblick“Zurück zur Tanne sind auch die restlichen Vatertagsteilnehmer Andrea, Peter, Uli, Felix und Michi II angekommen. Wie immer endet der Abend mit einem leckeren Abendessen und ein paar Stamperl aus der Sammlung gebrannten Obsts der Familie Ruch.
Freitag ist das Wetter wieder durchwachsen aber trotzdem wollen wir zum Abschluss des Tages den Schauinsland fahren. Wie auch immer, zuerst nehmen wie wieder die B317 Richtung Süden. Aber schon in Mambach biegen wir wieder links auf die L146 Richtung Todtmoos ab. Erst schwingt die Straße in sanften rechts links Kombinationen bergauf. Nach Happach gönnt uns die L149 noch 3 Kehren um sich dann nach dem Scheitelpunkt wieder bergab Richtung Todtmoos zu schlängeln. Nach einer kurze Tankpause in Todtmoos drehen wir um und fahren auf der kurvigen L151 nach Präg. Wechseln dort auf die L149 Richtung Dorf, Menzenschwand, Äule und Aha. Am Windgfällweiher fahren wir auf die kleine K4990 zwischen hügeligen Wiesen nach Lenzkirch. Die ersten Regentropfen begleiten uns nun bis nach Kappel und Neustadt. Hier machen wir eine kleine Aufwärmpause. Trinken Kaffee und sogar ein Eis geht bei den heutigen mauen Temperaturen noch.

Neustadt Aufwärmpause mit Eis

Der Regen begleitet uns dann bis in das Hexenloch zur Hexenlochmühle. Die Ankunft einiger Reisebusse lässt uns aber bald wieder das Weite suchen. Der weitere Weg durch das Hexenloch ist wegen Straßensanierung gesperrt. Also fahren wir ein paar Meter zurück, biegen in die 5731 ein und fahren durch die Wildgutach nach Obersimonswald. Eng ist es hier, es Nieselt und man könnte meinen die Nacht bricht in der nächsten halben Stunde über uns herein aber trotzdem ist die Wildgutach ein weiteres Highlight auf unserer Tour.
Eigentlich wollte ich über den Kandel, doch dieser ist tief in Wolken gepackt. Die Auffahrt würde also feucht sein und wenig Aussicht in das französische Nachbarland bieten. So lassen wir den Berg links liegen und ziehen vor eine weitere Pause in Freiburg einzulegen. Durch den Brückentag ist in Freiburg der Teufel los. Trotzdem müssen wir uns eine der „Langen Roten„ auf dem Münsterplatz gönnen. Als letztes fahrerisches Schmankerl steht dann noch der Schauinsland auf unserer heutigen Speisekarte. Am Bohrer mache ich halt und löse die Gruppe zur Bergfahrt auf. Auf der Passhöhe wird dann einstimmig der Wunsch geäußert auf schnellstem Weg zur „Schwarzwälder“ zu fahren…….

Blick in's "FRankenland"

der (Sonnen) Schein trügt ...kühl ist's

Samstag
Ein schöner Morgen empfängt uns heute. Kühl aber sonnig. Auch in diesem Jahr wollen wir für ein paar Km das fahrerisch reizvolle Markgräflerland. Dieses Mal machen wir, statt direkt über den Belchen ins Münstertal zu fahren, die Schleife um Utzenfeld , Niedermatt, Neuhof und Vorderes Elend. Am Wiedener Eck steigen wir in das Münstertal ein. Dass wir kurz nach Utzenfeld nicht das ehemalige Silberbergwerk Finstergrund  besucht haben, war vorab schon besprochen. Den Stohren lassen wir heute rechts liegen und biegen lieber im Ort Münstertal links ab hinauf nach Hinterheubronn. Die schmale Verbindungsstraße, schon oft gefahren, ist immer wieder ein Genuss. Ortsfremde unterliegen eingangs des Tales oft dem Glauben in eine Sackgasse einzufahren weil Belchen, Köhlgarten und Sirnitzkopf wie eine Wand vor ihnen stehen. Wie auch immer, ich kenne den Weg und auch die Navis von heute lassen kaum noch jemanden zögern.
Ab Hinterbeuron folgen wir einem Einheimischen der sein kleines Cabrio flink um die Ecken scheucht bis nach Badenweiler. Als wolle er meinen bayerischen Freunden den Blick auf das Rheinknie bei Basel und über die Rheinebene nach Frankreich nicht gönnen, hüllt sich der Hochblauen während unseres Aufstiegs in Wolken. Wieder stehe ich da oben und erkläre meinen BegleiterInnen dass man könnte, wenn nicht wieder diese Wolken…. Aber zumindest erfahren wir so dass das mittlerweile marode und wenig attraktive Berghotel endlich saniert werden soll. Na dann hoffe ich doch dass bei der nächsten Tour Blick und Hotel verfügbar sein werden. Jetzt nichts wie raus aus der kalten Wolke und wieder hinunter nach Friedrichsheim. Wir schwingen nach Malsburg-Marzell, Höfe und vorbei an Kandern. Kurz aufeinanderfolgende knackige LinksRechts Kombinationen begleiten uns durch den Wald, bis es dann links ab Richtung Endenburg etwas lieblicher über sonnige Hochwiesen nach Kirchausen, Sallneck und Schwand geht.
Der Hunger und der Durst treiben lassen uns in Schwand erstmals eine richtige Pause einlegen– Im Gasthaus Sennhütte sind wir trotz einer Hochzeitsgesellschaft gerne gesehen und bekommen auch ohne wahrnehmbare Verzögerungen unser Mittagessen. Hierher kommen wir auch bestimmt gerne wieder.
Nach dem Mittagessen folgen wir weiter den, auf der Allianz Freizeitkarte 1:100 000 „Schwarzwald Süd“, weiß markierten Sträßchen über Ried, Hohenegg und Holl nach Tegernau. Über Gresgen windet sich die Straße dann kurvig hinab nach Zell i. W. Es ist früher am Tag als gedacht. Ich erinnere mich an einen ehemaligen Motorradfahrertreffpunkt in Raitbach/Schweigmatt. Nachdem der MSC Schopfheim seine Pfingst-Motorradfahrertreffen aus diversen Grünen aufgegeben hatte, wurden diese noch einige Male von einem (Land) Wirt in Raitbach durchgeführt. Also nicht‘s wie hin und schauen ob heute was los ist. In Hausen am Bahnhof biege ich links von der B317 Richtung Schweigmatt ab. Doch der ehemalige Treffpunkt in der Kurve ist nur noch ein Bauernhof und nichts deutet annähernd mehr auf einen Motorradtreff hin. Nach Schweigmatt halten wir noch an einem Parkplatz mit sehr schöner Aussicht über den Rhein hinweg. Einem Bayerischen Franken versuche ich zu erklären, dass er von hier aus auch das Frankenland sehen kann. Seine Zweifel können erst mit einer Erklärung über die Währungseinheit der Eidgenossen lachend zerstreut werden. Ein weiterer lustiger Geselle platziert seine oder Papas weiße S-Klasse so dämlich in die Einfahrt des Parkplatzes, dass hier wohl nur noch über die Wiese ein und ausgefahren werden kann. Dann stolziert er so cool umher, dass sogar seine Freundin nur noch Augenverdrehend zu uns herüber lacht. Er merkt’s, spürt’s und sucht auch ziemlich bald das Weite.
Nach dieser kleinen erheiternden Einlage bummeln wir Richtung Gersbach, biegen kurz vor Gersbach scharf links um die Kehren nach Riedichen zu genießen. Auf dem Rückweg nach Tunau führe ich die Gruppe, wie am Mittwoch beschlossen, über den Abzweig bei Kastel nach Ehrsberg, Vorderholz, und Stutz. Am Aussichtspunkt beim Parkplatz kommt uns eine rasante Truppe Supermotos mit Kennzeichen entgegen. Fix die Jungs und Mädels denken wir und machen ein Gruppenfoto und …. schon kommen sie wieder aus der gleichen Richtung wie vorher ….. Die Runde Fröhnd, Hinterstadel, Ehrsberg und ich gehe mal davon aus Künaberg, Fröhnd in DER Zeit …. Ffx die Jungs und Mädels – kommt gesund heim!
So jetzt müssen wir aber! Ich habe noch eine zerlegte Montesa Cota 247 abzuholen. Die alte Bergziege steht bei Peter in Hasel und weckt Erinnerungen an meine ersten Offroad Motorradtage.
Die Anderen machen noch eine kleine Runde durch den Wald. Zum Abendessen und zum „Gebrannten“ sind alle wieder gesund und munter anwesend ……. von wegen langweilig - wann fahren wir wieder ??

Rennmax - liebe auf den ersten ...

Halbpension? ...klar doch!

gebranntes Obst ....welche nehmen wir den Heute?

Die Touren
Nachtrag: Peter Mohr ist leider am 4. Juli 2015 verstorben. 
 
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