2016 Schwarzwald Süd - MoFa Stammtisch Indersdorf

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2016 Schwarzwald Süd

Touren
5. bis 8. Mai 2016 Vatertagstour in den Südschwarzwald
Mit der Tanne in Tunau war die Wahl des Basislagers im Südschwarzwald/Wiesental nicht neu. Trotzdem konnten den Neuzugängen anspruchsvolle Kurvenorgien geboten werden. Sogar für die treuen und erfahren "Schwarzwaldfahrer" waren neue Strecken im Angebot.
Sonntag 1. MAI
Das Wetter ist ziemlich durchwachsen und so sind wir richtig froh mit Auto und Anhänger das Zielgebiet anzufahren. Besonders ungemütlich empfängt der Feldberg die vorausfahrende Gruppe Holländischer Motorradfahrer. Tief in den Wolken steckend lässt er keine 50 m Sicht zu. 
Links und rechts der Straße liegen noch einige cm Schnee die noch am Morgen gefallen sind. Bikers Heaven? So wohl nichtaber es ist ja noch ein paar Tage Zeit bis die Anderen zu uns stoßen. Auf Grund der anhaltend ungemütlichen Wetterlage beschließen Astrid und ich die folgenden beiden Tage noch nach Freiburg und Weil zum Einkaufen nutzen.
Mittwoch 4. Mai 115km
Heute scheint das Wetter endlich einzusehen dass unser Stammtisch nur ungern im Regen unterwegs ist. Über Nacht haben die Regengüsse aufgehört. Die Sonne scheint sogar und meine „Dicke“ darf endlich wieder in Aktion treten.
Von der Tanne aus geht es bei Wembach rechts ab auf die L131 nach Böllen und Neuenweg. Wir bleiben auf der L131 bis Niederweiler. Dort biegen wir links auf die L132 ab und folgen dieser bis Sitzenkirch und Kandern. Die L135 führt nun durch eine meiner Lieblingsstraßen dieser Gegend. Kurve um Kurve schlängeln wir uns nach Schlächtenhaus. Hier verlassen wir die Landstraße Richtung Vogelpark und Weitenau. In Weitenau biegen wir links auf die L136 ein, wechseln in Wieslet rechts auf die L139 nach Hausen im Wiesental. Jetzt könnten wir zwar links auf dem schnellsten Weg über die B317 Richtung Zell und Schönau fahren, doch ich biege erst rechts und wenige Meter später gleich wieder links, über den Bahnübergang auf die K6339 ab. Die schmale kurvenreiche Straße führt uns über Gersbach hinunter nach Au im Wehratal. Hier biegen wir links in die L148 nach Todtmoos ein. Zum ersten Mal sehe ich hier auch Lärm- statt Geschwindigkeitsmessung. Die „Dicke“ kommt aber ohne erhobenen Zeigefinger am Messmikrofon vorbei. In Todtmoos geht die L148 in die L151 über, der wir über Präg nach Geschwend folgen. Eigentlich wären wir fast schon wieder beim Hotel, biegen aber kurz vor Schönau rechts auf die L142 Richtung Belchen ab. Wir halten zwar an der Belchen Bahnstation an, jedoch ist Astrid heute auf Grund der Umgebungstemperatur nicht zu einer Gondelfahrt auf den Berg zu bewegen. Da der Gipfel in Wolken hängt, könnten wir von dort oben aus ohnehin nicht die beiden Namensvettern im Elssass und der Schweiz sehen. Zu Dritt bilden die Berge das Belchendreieck. Interessant in der Anordnung ist dabei, dass vom Elsässer Belchen aus über die beiden Nachbarn der Beginn aller vier astronomischen Jahreszeiten bestimmt werden kann. 
 Statt nicht vorhandenen Aussicht der gönnen wir uns im „Jägerstüble“ einen Schweizer Wurstsalat wie es ihn nur in Südbaden gibt. Auf der Rückfahrt zur Tanne lasse ich dann in den Kurven die BMW-Koffer auf dem Asphalt schleifen….. Nein, nicht die Rückkehr zu jugendlichem Übermut, sondern ein sich selbständig öffnender Kofferdeckel war die Ursache.
In der Tanne wartet dann auch schon die „Schwarzwälder“ auf uns. Zwischenzeitlich sind auch Manu und Hans mit den Motorrädern auf Ihrem Isuzu PickUp und Manfred mit Anhänger angekommen. Etwas später trifft auch Michi II mit seiner TDM 850 nach einer kleinen Irrfahrt über den Dinkelberg ein. Mit Ottos fast schon obligatorischer Wendehupe wird dann auch seine und Felix‘ Ankunft angekündigt.

Do. 5.Mai 176km
Nach zäher morgendlicher Tankpause in Jogi Löws Heimatort Schönau können wir endlich die heutige Tour in Angriff nehmen. Ab geht sie Post Richtung Hotzenwald. Die Strecke über Präg nach Todtmoos ist den meisten Mitfahrern bereits hinlänglich bekannt. Mir aber Gott sei Dank längst nicht mehr so präsent wie in frühen Jahren. Das trügerische Sicherheitsgefühl das mir die ehemalige Hausstrecke vermittelte ist verloren. Heute daher um Klassen langsamer unterwegs als in den 80ern, stellen wir immer noch kein Hindernis für heimische Biker dar. Es ist ein Tag wie für das Motorradfahren geschaffen. 
Sonnenstrahlen zwinkern durch das frische Frühjahrslaub. Ziemlich ungestört passieren wir Oberibach, Horbach und Wolpadingen. Wolpadingen hat im Übrigen rein gar nichts mit dem bekannten Bayerischen Wolpertinger zu tun sondern ist lediglich ein hiesiger Ferienort mit bemerkenswerter Aussicht in die nahe Schweiz. Bei gutem Wetter wie heute sehen wir sogar bis in die Alpen. Bevor wir in Weilheim beim Landgastof Adler eine kleine Pause einlegen genießen wir die nächsten Kilometer über Vogelbach und Remetswil die beeindruckende Weite über dem Oberrheintal.
Nach kleiner Stärkung machen wir uns auf den Weg um weiter über Ühlingen, Untermettingen , Obereggingen, Mauchen, Wittlekofen und Birkendorf eine Schleife nach Grafenhausen und Rothaus zu fahren. Die Brauerei lasse ich heute aus und leite die Gruppe dieses Mal direkt über die mittlerweile befestigte K6519 nach Schluchsee. Es ist noch relativ früh und niemand zeigt Ermüdungserscheinungen, so dass noch über Lenzkirch die kleine Straße nach Raitenbuch zum Windgfällweiher gefahren werden kann. Der Abstecher über Bärental und Titisee zum Höllental wird uns durch eine Baustelle verwehrt. Nach kurzer Abstimmung beschließt die Mehrheit dass es wohl auch an Zeit wäre, schnell über den Feldberg zur Schwarzwälder Kirschtorte zu fahren.
Im Laufe des Abends kommen dann auch die restlichen Mitfahrer Andrea wie gewohnt auf Triumph, Peter mit seiner R1200GS, Lorenz auf F800GS, Christian neu mit Hornet sowie Norbert auf R1200R im Hotel an.
Fr. 6.Mai 166km
Mit 12 Motorrädern war mir die Gruppe doch zu groß um gemeinsam das relativ anspruchsvolle Zielgebiet anzugehen. Als zweiter Tourguide wurde kurzerhand Norbert freiwillig gemeldet.
Nach der zähen Tankprozedur des Vortages war noch einmal klar vereinbart worden, dass immer schon Abends nach der Tour vollgetankt wird. So konnten wir heute ohne Unterbrechung gleich durchstarten.
Die Gruppe um mich mit Astrid, Manuela, Andrea, Hans, Peter und Michi II war als erste bereit und unterwegs.
Die Abfahrt der Gruppe um Guide Norbert, Felix, Lorenz, Christian, Otto und Manfred verzögerte ein Wenig so dass die hier veröffentlichte Tourbeschreibung lediglich für die erste Gruppe gilt.
Der Erste Teil der Tour von Tunau nach Schönau, Häg-Ehrsberg, Häg über Mambach nach Zell i. W. führt meist über kleinste, kurvige Sträßchen. Vorsicht ist geboten da die ansässigen Bewohner auf diesen Strecken nicht immer mit Gegenverkehr rechnen. Aussicht und Straßenführung sind auf alle Fälle ein Genuss. Die kurzen Etappen auf der Bundesstraße sind vernachlässigbar und bald geht es ab Zell bergauf über Adelsberg zum Kleinen Wiesental. Nicht minder spannend sind die früher bereits beschriebenen Teilstücke über Sallneck, Kirchhausen, Endenburg nach Kandern. Immer noch sind es anspruchsvolle, flott fahrbare Kurvenkombinationen die süchtig machen können. Hin und wieder riskiert ein Eidgenosse sein Leben. Wohl in dem Bewusstsein, dass bei den „Schwobe“ so ein Knöllchen wegen Raserei, im Vergleich zum Heimatland ein richtiges Schnäppchen ist, lassen sie es hier richtig krachen. Neu im Programm ist heuer aber die Schleife über Vogelbach, Käsacker und Sitzenkirch nach Sehringen und Badenweiler. Schön schmal leitet uns der Weg durch dichten Wald über den Berg. Nach Badenweiler lassen wir heute den Hochblauen rechts liegen. Oft, eigentlich immer, hat er uns die Sicht über das Rheintal nach Basel verwehrt. Heute wäre die Gelegenheit! Leider habe ich diesen Abstecher nicht auf der verteilten Routenplanung vorgesehen. Die Gruppe 2, mit ausschließlich Ortsunkundigen, würde uns also verpassen. So folgen wir ohne Abstecher der sich in miserablem Zustand befindlichen Straße. Nach Friedrichseim und Wies landen wir in Schwand wo wir alle wieder im Gasthaus Sennhütte gemeinsam die Mittagspause verbringen. Nach bekannt guter Bewirtung teilen sich die Gruppen wieder auf und starten in der Reihenfolge wie gehabt. Als Tageshighlight werden wir den Schauinsland unter die Räder nehmen. Vorher genießen wir noch die Kurvenorgien über Ried, Holl, Bürchau, Neuenweg, Mittelheubronn, Rotenbuck und das Münstertal. 
Für den Anstieg zur alten Rennstrecke wählen wir natürlich die Stohrenstraße über Spielweg zur Holzschlägermatte. Endlich hat das Lokal in dem alten Schwarzwalthaus wieder geöffnet. Der Parkplatz ist mit Bikes gefüllt und die langezogene Holzschlägerkurve am Parkplatz bietet reichliche Vorlagen für Schräglagenstudien. Hier warten wir lange auf die zweite Gruppe die aber nicht auftaucht. Es scheint sie haben eine andere Strecke gewählt oder das Navi ist ausgestiegen. Schade, so starten wir zum Warmfahren Bergab. Beim Parkplatz am Bohrer wenden wir um dann die Bergfahrt zum Schauinsland anzugehen. 
Obwohl zigmal gefahren bereitet die alte Bergrennstrecke, selbst bei nicht rennmäßiger Gangart, eine gehörige Portion Spaß. Oben angekommen warten wir noch etwas auf die zweite Gruppe, geben aber dann doch auf. Über den Notschrei, Aftersteg, Todtnau und Schönau fahren wir letztendlich zurück zur Tanne. Tatsächlich berichtet die zweite Gruppe um Norbert, dass sich wohl die geplante Tour in den Bits und Bytes des Navis verirrt hat und partout den Schauinsland nicht anfahren wollte. Nicht so schlimm sei es gewesen, da auch die ungewollte Alternative kurzweilig gewesen sei.
Sa. 7. Mai (Too Fast & Furious )168 km
Jetzt haben wir doch schon einige schöne Touren im Südschwarzwald gefahren doch das Steinatal hatten wir nie geschafft. Immer war Durst oder Hunger schuld, dass entweder im Biergarten der Staatsbrauerei Rothaus (die sogar ein richtig gutes alkoholfreies Pils anbietet) Schluss war oder die Kirschtorte der Tanne zur Rückfahrt animierte. Um alle kulinarischen Sabotageangriffe auszuschließen plante ich eine relativ direkte aber trotzdem angenehme Route über den Feldberg und Lenzkirch nach Osten. Leider erwischt uns dann kurz vor Lenzkirch das Umleitungsteufelchen und wirft die Planung durcheinander. Aber was soll’s, dann fahren wir halt über Fischbach nach Schluchsee dann über die Kreisstraßen K4988 und K6592 über Bonndorf in’s Steinatal.
Just bevor die Kurvenorgie losgeht, bleibt die der Gruppe hinter mir stehen. Obwohl wir immer innerhalb der Gesetzesvorgaben inclusive einer verträglichen Toleranz unterwegs sind, ist das Tempo heute einzelnen Mitfahrern zu schnell. Nur eine kurze Abstimmung ist erforderlich. Mein Angebot das Tempo nach Bedarf zu reduzieren wird von den Betroffenen zu Gunsten der restlichen Gruppe dankend abgelehnt. Eine Weise und faire Entscheidung. Die heute eingeschränkte Tagesform scheint ein limitierender Faktor zu sein. Wir verabschieden uns also für die nächsten Stunden von zwei Fahrern und setzen unsere Fahrt schweren Herzens ohne sie fort.
Wenige gemäßigte Biegungen später tauchen wir in den anspruchsvollen Teil des Steinatals ein. Eine Kurve gibt der nächsten die Hand. Die Sonne wirft wieder ihre Strahlen durch das Laub auf den Teer vor uns und ergänzt so des Biker’s Menü noch mit der perfekten Dekoration. Wir passieren Untermettingen und verlassen letztendlich bei Detzeln das Steinatal.
Über die Anhöhe von Krenkingen nach Aichen und Gutenberg lichtet sich der Wald und gibt den Blick nach Tiengen und der Schweiz im Süden frei. 
Wir folgen ein kurzes Stück der Schlücht. Da sich bei der Mehrheit der Mitfahrer Hunger und Durst bemerkbar macht, streiche ich kurzfristig die Schwarzatalstraße aus dem Programm und fahre zum Mittagessen das „Rössle“ in Berau an. Obwohl die Gruppe dicht beisammen war übersehen doch einige dass wir abbiegen und fahren vorbei. Ein untrügliches Indiz dafür dass nun wirklich Zeit für eine Pause ist oder die schöne Landschaft den Blick im ungünstigsten Moment von der Straße abschweifen lässt. Bis auf Michi finden sich aber alle noch zum Mittagstisch ein. Wir haben Glück denn das Lokal bietet auf der Terasse noch genügend Platz für uns. Kurz darauf trifft auch schon eine bunt gemischte Ducati Truppe ein.
Der Dialekt der dann nach und nach eintrudelnden Gäste lässt keinen Zweifel daran, dass hier im Badischen für den Franken mehr geboten wird als jenseits des Rheins. Unserer Wirtschaft soll es recht sein. Das Essen war gut doch wir vermissen Michi den II. obwohl wir wissen dass er auch ohne Karte und Navi immer den Weg zum Basishotel findet. Nicht auf dem Mund gefallen wird er sich durchfragen … nur ob die Alemannischen Wegbeschreibungen von ihm immer richtig verstanden werden wage ich zu Bezweifeln. Nachdem wir gesättigt sind, ausreichend über Benzin, Touren und fahrbare Geschwindigkeiten auf Straßen im Vergleich zu 
Fahrsimulatoren sinniert haben, begeben wir uns wieder in die Realität und treten langsam die Rückfahrt an. Von Berau führt die Straße direkt weiter über Brenden und Schönenbach nach Seebrugg am Schluchsee. Den Motorradtreff an der Staumauer lassen wir heute links liegen. Die B500 nach Häusern und St. Blasien bringen wir zugegeben zügig hinter uns. Die L 149 von St. Blasien nach Geschwend fährt sich nach den Kurvenorgien der vergangenen Tage bereits etwas langweilig so dass wir diese in Weierle spontan verlassen. Zum Abschluss des Wochenendes brauche ich noch eine Art Motorradfahrer Nachtisch und gönne ihn mir und meinen MitfahrerInnen mit
einem Umweg ab Unterlehen über Hintertodtmoos, nach Mambach und letztendlich zurück zur Tanne in Tunau. Auch die abgesplitterte Kleingruppe hat einen angenehmen Tag verbracht. Wie erwartet trifft auch Michi 2 nach einigen Umwegen heil und gut gelaunt zum Abendessen in der Tanne ein.
 
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