2017 Venetien - MoFa Stammtisch Indersdorf

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2017 Venetien

Touren
Fr. 29. September bis Di. 03. Oktober 2017 Saison- Abschlusstour Venetien

Die Zusagen für die Abschlusstour nach Venetien tröpfeln nur mäßig ein. Den Meisten sind die, je nach Route, 430km bis 464km es zu weit um auf 2 Rädern anzufahren. So finden sich am Ende auf der Teilnehmerliste gerade mal 4 Mitfahrer. Am Ende muss auch noch Otto aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagen.

Fr. 29. September
die Wettervorhersagen lesen sich zum Abreisetag durchwachsen. Die Anfahrt sowie die Tourentage Das ursprüngliche Vorhaben mit der Husky über die Berge anzufahren verwerfe ich daher wie es auch die beiden verbliebenen Teilnehmer Manfred und Christian tun. Am Freitag fahre ich dann, abgesehen von dem Baustellenstau auf der A8, ohne besondere Störungen über die Autobahn bis Rovereto. Ab Rovereto bis Valdagno bekomme ich aber schon einen Vorgeschmack und Appetit auf die kommenden Tage. Anhänger, Motorrad und Auto finden in der Tiefgarage des Hotels Rosa Purpurea ausreichend Platz. Manfred und Christian kommen zu Hause erst am Nachmittag weg und entsprechend spät im Hotel an. Für eine Pizza zum Abendessen ist aber immer noch ausreichend Zeit.
Die Zimmer im Rosa Purpurea sind modern und sauber. Leider fehlen aber Kleiderschränke und somit ausreichend Staumöglichkeiten für die Ausrüstung. Zu zweit dürfte es in den Zimmern daher auf Dauer etwas eng werden. Mir reicht das Platzangebot. Christian und Manfred, die sich ein Zimmer teilen, kommen ebenfalls klar. Das Frühstück im Rosa ist sehr Italienisch. Es gibt Kuchen, etwas Käse, Toast und Zwieback. Es ist daher nicht mit dem Frühstücksagebot des Lucia auf der anderen Seite des Gardasees vergleichbar. Satt werden wir trotzdem.

Sa. 30. September 2017: doppelt hält besser -Zickzack durch die Veroneser Voralpen (137km)

Heute wollen wir eine kurze Aufwärmrunde in die Veroneser Voralpen starten. Ohne besonderes Ziel (auch weil mein Navi zickt) werden wir die Gegend und die örtlichen Straßengegebenheiten erkunden.
Gleich nachdem wir Valdagno in Richtung Westen verlassen beginnt bereits das Kurvenangebot. Die kleine Ausfallstraße schlängelt sich bergauf über Wiesen und durch Waldstücke nach Baracca, Campanella und Altissimo. Bereits jetzt lässt sich erahnen dass die Sträßchen der Veroneser Voralpen alles andere als langweilig werden. Eng folgt eine Kurve ohne nennenswerte Gerade auf die Andere. Gerade weil nicht von hohem Verkehrsaufkommen gesprochen werden kann sollte man sich nicht zu zu forscher Fahrweise hinreißen lassen, denn unvermittelt tauchen immer wieder einheimische Fiat oder Landwirtschaftsfahrzeuge wie aus dem Nichts auf. Der Abzweig in San Pietro Mussolino ist so unscheinbar dass wir ihn erst glatt übersehen. So schlimm wie die Trial Maschine die dort hinter der Hausmauer auftaucht vermuten lässt, ist die kleine Serpentinenstraße aber dann aber doch nicht. Die kurze Schottereinlage die uns später erwartet ist auch für Christian's Hornet problemlos zu machen. 
Die Kirche von Vestenannova mit ihrem Säulenportal lässt uns dann schon die erste Fotopause einlegen. Weiter geht es nach Castelvero und mit einer Schleife über Spera nach Badia Calavina. Es ist kühl und feucht, daher gönnen wir uns in Cara die erste Kaffeepause an der frischen Luft. Für die Weiterfahrt suchen wir uns erst einmal ein Labyrinth durch die hiesigen Obstplantagen, verunsichern eine Herde Kühe auf ihrem Weg zurück in den Stall und kommen unverhofft kurz hinter unserem Koffeindealer wieder auf die Hauptstraße. Ab jetzt vertrauen wir lieber auf die Fähigkeiten Christian’s Navi und ändern die Fahrerreihenfolge. Viel besser funktioniert dann diese Orientierungshilfe am Ende aber auch nicht. Nachdem wir Tregnanao passiert haben machen wir in einem kleinen Gasthaus an der Strecke die obligatorische Pastapause. Das Ristorante La Collina ist auch bei einheimischen Enduristen sehr beliebt und aus meiner Sicht eine Pause wert. 
Nach dem Essen irren wir dann In Schleifen in den Bergen umher, passieren Il Cucco, Bolca und in bemerken spätestens in Vestenannova dass wir ohne Langeweile zu empfinden hier und dort schon waren. Nachdem dann auch die Konzentration zur Rückkehr mahnt, geben wir das Hotel als Ziel in die elektronischen Helferlein ein die uns dann sogar zuverlässig dort hin führen. Den Abend verbringen wir dann in der (Rock) Bar Al Ponto 
Gute Musik, Harley vor der Tür und Bier mit guten 10% Alkohol im Gerstensaft lassen den Abend schnell vergehen.

Sonntag 01. Oktober 2017 Vicenza
Wir brauchen gar nicht aus dem Fenster zu schauen, die Abrollgeräusche der vorbeifahrenden PKW sind eindeutig….es regnet! Alle online Wetterseiten versprechen auch keine Besserung. Wir dehnen das Frühstück so lange als möglich aus und entscheiden uns bald für ein kulturelles Alternativprogramm. Verona kennt jeder zur Genüge doch in Vicenza war noch keiner von uns. Schnell ist entschieden dass wir Manfreds Wrangler starten um trockenen Hauptes gestapelte alte Steine begutachten wollen. Eine gute Entscheidung, denn die Straßen sind schmierig. Der Wrangler hat seine liebe Not das vorhandene Drehmoment auf die Straße zu bringen. Eine Motoradgruppe aus Aichach sammelt im Kreisverkehr der Ausfallstraße gerade eine dar niedergegangene 2 Ventil GS von der Straße auf. Zum Glück ist dem Fahrer nicht passiert.

Endlich einen Parkplatz gefunden bummeln wir über die Piazza dei Signori am Justizpalast (Basilica Palladiana) vorbei zur Einkaufsmeile "Corso Palladio". Trotz durchwachsenem Wetter herrscht reges Treiben. Ein echt Italienisches Eis muss natürlich trotz der frischen Temperaturen sein. Enttäuschend für Vicenza aber gut für uns ist nur, dass „unser Italiener“ am Indersdorfer Marktplatz weitaus besseres Eis anbietet. Am Ende des „Museumsbummels“ lädt an der Piazza Matteotti das Teatro Olimpico von Palladio zum Besuch. Auf die Führung verzichten wir und begnügen uns mit einem Bummel durch den Skulpturengarten.
Jetzt hat uns der Regen doch richtig eingeholt. Wir versuchen möglichst trocken Richtung Auto zu gelangen. Weil es gerade auf dem Weg liegt, legen wir in der Pizzeria Al Paradiso  noch eine Pause mit Pizza, Pasta und Wein ein bevor Manfred den Wrangler zur Rückfahrt startet.
Ja was soll ich sagen, Abends zieht es uns wieder ins Al Ponto.
Montag 02. Oktober 2017 Valle Passubio und Arsiero (177km)
Schon beim Aufwachen verspricht die Morgensonne einen fahrerischen Traumtag. Der Entschluss ist gefasst bevor das Frühstück beginnt. Ich muss da wieder rauf wo mich das Navi 3Tage zuvor nach Valdagno hinunter geleitet hat. Suboptimal für jeglichen Anhängerbetrieb aber Vielversprechend für motorisierte 2 Rädrige Verkehrsmittel.

Wir folgen anfangs der gar nicht so spannenden SP246 bevor ab Recoaro Terme das Geschlängel beginnt. Kaum Zweispurig zweigt die Auffahrt am Piazza Dolomiti rechts ab. den Berg hinauf. Die Straße zum Paso Xon ist stellenweise noch feucht bis nass aber griffig genug um dynamisches Fahren zu erlauben. Die Abfahrt ab Riva nach Valli del Passubio führt hauptsächlich durch Waldstücke. Laub und teilweise schmutzige Fahrbahnabschnitte können unseren Vorwärtsdrang aber kaum bremsen.
Von hier aus  folgen wir dem Geschlängel Richtung Roveretto. Der Blick auf die Gipfel des Monte Cornetto und Monte Passubio lassen uns die Erste Fotopause einlegen. Früher war der Passubio für unerschrockene noch mit dem Motorrad anfahrbar, ich denke aber dass heute keine legale Auffahrt mehr möglich ist. Bevor es uns weiterzieht genießen den Anblick in der klaren Luft eine ganze Weile.

Es ist unglaublich, wie Skifahrer auf einer Abfahrt wedeln wir nun weiter bis zur Einsiedelei San Colombano an der ich mich wieder zu einem Fotostop hinreisen lasse. Sicher zig Tausend mal fotografiert haben sie meine Mitfahrer Manfred und Christian gar nicht bemerkt.
Noch bevor wir Roveretto erreichen und uns in das Verkehrsgewühl stürzen müssten, biegen wir rechts nach Norglio ab. Hier bin Ich froh die Husqvarna und nicht die „Dicke“ mit dem Boxermotor dabei zu haben, denn unvermittelt stehen wir vor eine Engstelle die nur für schlanke Bikes zu bewältigen ist. Selbst Manfreds Multistrada und Christians Hornet brauchen etwas um zu passieren. Nachdem das auch geschafft ist folgen wir erst einmal der SP2 nach Terragnolo. Kurz vor Ortsende biegen wir rechts in die schmale SP138 ein.  
Einige kleine Dörfer sind zu passieren bevor wir in den Wald eintauchen. Auf kaum mehr als einspuriger Fahrbahn bietet sich uns erstklassiger Fahrspaß bis zum Paso de la Borcola (1207m). die folgenden 14 Kehren der Abfahrt kenne ich von einer früheren Ausfahrt bei der zur Bremsenkühlung eine sogar Zwangspause eingelegt werden musste. In Arsiero benötigen wir Fahrer unsere Stärkung die wir am Piazza F. Rossi im Ristorante Italia Risorta bekommen.
Pedescala ist später der Einstieg für ein weiteres uns wohl bekanntes Kurvenschmankerl. Die SP 78 nach Rotzo verwöhnt mit 18 teils kurz aufeinanderfolgenden, gut zu fahrende Kehren. Der weitere Weg über Roana, Canova di Roana bis Canova di Sotto muten da schon wie Hausmannskost an. Nach Tresche Conca ist wieder Breit ausgebaute Kehrenlust angesagt. Aber aufgepasst, die breit ausgebaute Straße verleitet einfach dazu schneller zu Fahren als erlaubt ist. Auf Zielfotografen sollte daher unbedingt und weit vorausschauend geachtet werden. Jetzt müssen wir uns aber erst mal durch Caltrano's und Shio's Feierabendverkehr quälen 
bevor wir uns mit dem kleinen Sträßchen nach Ongaro und Novale den finalen Kurvenrausch des Tages einschmeißen. Nach nur 177 km sind wir platt! Die Motorräder werden trotzdem noch verladen bevor wir den Herbstausflug mit einem Abendessen im Rosa besiegeln.

Wie angekündigt schüttet es am Folgetag auf der Heimfahrt. Die Motorräder auf dem Anhänger zu transportieren war also auch kein Fehler. Die Gegend östlich des Gardasees offensichtlich oder Gott sei Dank bei Bikern oft verschmäht lädt zur Wiederkehr ein. Passo dela Xomo und womöglich auch viele unbefestigte Wege rufen …..
 
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