2017 Westalpen - MoFa Stammtisch Indersdorf

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2017 Westalpen

Touren
Westalpentour 2017 

Donnerstag 15.6.2017 (572km)
Das Warten hat für unsere kleine Gruppe bestehend aus Uli, Andrea und mir endlich ein Ende. Pünktlich treffen wir uns im GADA-Industrieareal bei Bergkirchen um ausnahmsweise den schnellsten Weg durch die Schweiz – also Autobahn in Angriff zu nehmen. Heute ist auch der einzige Tag an dem wir das geplante Reisepensum einhalten müssen, denn in Evian les Bains ist sind bereits seit Wochen Zimmer für uns reserviert. Also auf! Nochmal schnell Andreas Pack Sack festgezurrt und…hoppla wo ist die Vignette?! Mist denn sie liegt noch auf dem Küchentisch. 
Also geschwind zurück nach Dachau. Am Ende verlieren wir gerade einmal knapp 30 Minuten …also kein Beinbruch. Über den weiteren Verlauf des heutigen Tages gibt es dann nicht viel Spannendes zu Berichten. Über die B471 fahren wir schnell nach Inning am Ammersee um von dort aus fast den ganzen Rest des Weges auf Autobahnen zu verbringen.
Bei mir stellt sich aber bald eine ungewollte Geschwindigkeitslimitierung ein. Weil die alten Enduro 3 von Metzeler auf dieser Tour gerade mal noch 3 Tage gehalten hätten, habe ich meiner Terra 650 noch schnell und zum ersten Mal neue TKC 70 gegönnt. War der Enduro 3 schon kein Wunderkind in Sachen geradauslauf bei Autobahnreisegeschwindigkeiten, erweist sich der TKC als widerspenstiges Biest. Bereits knapp über 100km/h fängt die Fuhre insbesondere hinter vorausfahrenden LKWs oder Bussen vehement zu pendeln an. Nur beherztes herunterbremsen verhindert Rodeo Einlagen. So bummeln wir halt bis zum nächsten Tankstopp in Bregenz mit knapp über 110 Tacho-km/h weiter. Beim Tanken wird dann der Reifen Luftdruck, entgegen der Vorgaben des Fahrerhandbuchs, auf vorne 2,6 und hinten 3 bar erhöht. Wir werden sehen. Die geplante Kaffeepause in Bregenz scheitert leider daran, dass die Cafes vornehmlich erst um 11:00 öffnen. Notgedrungen kehren wir dann in Hard bei Mc Cafe ein.
Nachdem die Grenze zur Schweiz überquert ist begeben wir uns umgehend auf die A1 und folgen Ihr stur nach Winterthur und Zürich. Die ersten „Uliburger“ verputzen wir auf dem Rastplatz Birrhard in der Nähe von Brugg. Herzlichen Dank an Uli’s Gattin Maria die uns diese Stärkung für die Fahrt gespendet hat. Weiterhin passieren wir noch Solothurn, tanken vor Bern und wechseln dort auf die A12 vorbei am Schweizerischen Freiburg oder Friburg und genießen die zweite Ladung „Uliburger“ auf dem netten Rastplatz „Aire de Repos la Joux Des Ponts“ – obwohl noch bei den Eidgenossen erkennt man dass hier schon Französisch gesprochen wird.
Die letzte Autobahnetappe auf der A9 sollte man unbedingt nutzen um den Rastplatz „Aire de Repos de Pertit Sud“ anzufahren. Von dort hat man einen Wunderbaren Blick auf Montreux und den Genfer See. Leider erkenne ich dies heute viel zu spät.
In Rennaz können wir endlich die Autobahn verlassen um entlang des Genfer Sees nach Evian les Bains zu fahren. Mit dem 2-Sterne-Hotel Hôtel du Palais  haben wir zwar eine in die Jahre gekommene aber günstige Unterkunft gefunden. Die Bikes finden sogar ein Plätzchen in der große Garage.
Die Zimmerpreise in Frankreich werden meist pro Zimmer berechnet. Schnell verabreden wir künftig eine Doppel- und eine Einzelbelegung zu wählen und den Gesamtpreis beider Zimmer einfach durch 3 zu Teilen. So können wir über die gesamte Tour dann doch ca. 200€uro pro Person sparen.
Nach einem kleinen Abendspaziergang durch Evian beenden wir den Tag mit Pizza und einer guten Flasche Rotwein für Andrea und mich, sowie ein Bierchen für unseren Uli.
Ach ja, das Fahrverhalten der Terra hat sich mit dem erhöhten Luftdruck etwas verbessert und war auf der Bahn dann nur noch unwesentlich schlechter als der Enduro 3.
Freitag, 16.6.2017 (207km) – die Vorspeise
Das Frühstück ist Französisch. Es gibt Baguette, Croissants natürlich, etwas Obst, Käse, Salami…Tomaten. Die Auswahl ist übersichtlich aber satt werden wir trotzdem. Nachdem die Motorräder bepackt sind bin ich gespannt ob mich das kleine Navi sicher durch Evian leitet. Mein Vertrauen in das Gerät, insbesondre in innerstädtischem Einsatz, hält sich nach wie vor in Grenzen. Auf kleinen Wegen, leitet es uns aber dann doch schnell und sicher am Berufsverkehr vorbei zur gewünschten Strecke. Um den Rechner nicht zu überfordern habe ich unsere Routen in Etappen in von ca. 60 km gestückelt. Ein weiterer Vorteil dieser Stückelung ist, dass ich gezwungen bin regelmäßig Pausen einzulegen um die nächste Etappe zu laden, den Wasserspeicher aufzufüllen und abzustimmen wie lange wir noch fahren wollen.
Also – Evian les Bains ist schnell hinter sich gelassen. Direkt nach der Ortsgrenze beginnt unsere, mehr oder weniger der Route de Grande Alps folgende Kurvenorgie. Die Höhenangeben der Pässe bewegen sich hier noch in gemäßigten Regionen auf Mittelgebirgslevel. Eine Baustelle, die uns den Weg zur geplanten Route entlang der D22 versperrt, beschert uns dann entlang der Route de Trechauffet (D222) eine Fahrt mit Blick auf ein traumhaftes Tal. Im Schattenspiel des warmen Morgenlichts könnte das Tal als Kulisse für eine „Herr der Ringe“ Folge herhalten. Bald sind wir wieder auf Plan und biegen in Bonnevaux rechts ab um den Col du Corbier (1235m) in Angriff zu nehmen. Die mäßige Höhenangabe soll nicht täuschen, denn 13 griffige Kehren bescheren uns herzhaften Fahrspaß bevor wir bei Le Biot wieder auf breitere Fahrbahnen stoßen. Als nächstes Schmankerl lädt der türkisfarbene, in Berge eingebettete Lac de Montriond zur Pause ein. Den Spazierweg um den See herum schenken wir uns aus guten, bekleidungstechnischen Gründen. Die Abfahrt über den Col de la Joux Verde (1760m) nach Morzine gönnt uns den Genuss von 36 Kehren bevor wir in der Hitze der Stadt die Route des Nants suchen.
Bevor wir den Col du Ranfolly (1656m) und den Col de Joux Plane (1691m) anfahren, gönnen wir Andrea an der Seilbahnstation Chamossière Express noch eine Zigarettenpause. Nach den nicht allzu anspruchsvollen Passsträßchen müssen wir noch Samoens und Cluses hinter uns bringen. In den Städten bläst uns Föhn warme Luft entgegen. Schnell wollen wir weiter und brauchen in Cluses wieder mehr als einen Anlauf um die D119 für die Flucht aus der Stadt in den Wald zu finden. In Le Reposoir meldet sich Hunger und Durst. Trotz allgemeiner Mittagspause finden wir ein Plätzchen zwischen den Einheimischen. Die Zeit vergeht wie im Fluge und eigentlich wäre es schon an der Zeit 
eine Übernachtungsmöglichkeit zu suchen. Also nehmen wir noch den Col du Colombiere (1613m) in Angriff. Ein schneller Fotostopp und schon liegt die Passhöhe wieder hinter uns. Es folgen Le Grand Bonard, Jeant Saint de Sixt, der Col de Aravis (1487m). Alle Hotels die wir anfahren haben entweder geschlossen oder keine Zimmer mehr frei. Oft sind es größere Radlergruppen welche die Zimmer belegen. Die Husky und die Tripple verlangen jetzt nach Sprit. Die Tankstelle kurz nach Flumet schluckt Ulis Kreditkarte nicht, so dass wir leider weiter suchen müssen. Wir folgen dem Flüsschen L’Arly bis kurz vor Ugine. Ups! Erst jetzt realisiere dass wir die geplante Route längst verlassen haben. Gemeinsam beschließen wir zurück nach Flumet zu fahren um wenigstens die die beiden, vor Austrocknung bedrohten Motorräder zu befüllen. 
Tja und bei der Tankstelle steht zu allem Überfluss auch das Motel LeVivier . Vorhin übersehen hat es sogar zwei Zimmer uns und drei Stellplätze für die Bikes frei. Empfangs- und Service Dame hat einige Zeit in Australien gelebt, spricht sehr gut Englisch, ist ausgesprochen freundlich und ein gutes Abendessen gibt es auch noch.
Im Biergarten treffen wir dann auch auf Urs und Peter. Zwei ebenfalls nette Schweizer die einen Motorrad-Betriebsausflug fahren. Geplant hatten sie für eine größere Betriebsgruppe, doch wie das Leben oder die Familienzwänge so spielen, hat sich deren Teilnehmerzahl mit zunehmendem Planungs-Detailierungsgrad signifikant reduziert. 
Schade für die Daheimgebliebenen, denn wir haben einen angenehmen und unterhaltsamen Abend mit den beiden Eidgenossen verbringen dürfen.

Samstag, 17.6. 2017 (279km)
Die Sonne blinzelt durch die Zimmerfenster und es verspricht wieder ein super Fahrtag zu werden. Schnell ist zusammengepackt und ab zum Frühstück. Natürlich ist es wieder nicht mit Österreichischem oder Deutschem Standard vergleichbar aber ausreichend. Zudem gesellen sich wieder Urs und Peter zu uns. Als wir später Salü sagen merkt man, dass man hat sich gut verstanden (ich als ehemaliger „Grenzländer“ zumindest) hat. Eigentlich schade, dass wir uns kaum wieder sehen werden.
Uli‘s GS wird heute früh dann auch noch zu Lasten meiner Kreditkarte betankt. Jetzt können mit 3 vollen Tanks die Tagestour starten. Einfachheitshalber vereinbaren wir auch gleich, dass ich ab sofort die bargeldlose Bezahlung übernehme und abends cash abgerechnet wird… klappt prima.
Zurück nach Flumet muss man schon aufpassen um bei der Kirche den Abzweig zur D218b nicht zu übersehen. Gleich nach überqueren der Brücke warten schon die ersten 5 Kehren auf uns. Noch sind wir etwas steif und stöpseln ungewohnt hakelig um die engen Kehren. Aber nach Kehre 8 wird’s dann schon langsam flüssiger. Bis wir durch das erste Waldstück hindurch sind flutscht es wieder nur so dahin. Wir sind warm gefahren. Nach Notre Dame de Belcombe können wir endlich ungehindert einen grandiosen Blick den Mont Blanc werfen. Immerhin 9 Kehren bietet die gut ausgebaute Straße über Beaufort nach Areches. 

Was die folgende Auffahrt zum kleinen Col du Pre (1703m) zu bieten hat, ist schon eine Bemerkung wert. 14 feine kleine enge Kehren sind an den grünen Hang geklebt. Teilweise werden innerhalb einer Kehre mit An und Ausfahrtsbereich satte 20 Höhenmeter überwunden. Ein älterer 5er BMW Fahrer macht glücklicherweise bei nächster Gelegenheit Platz um uns passieren zu lassen…. Herzlichen Dank! Die Abfahrt zum Lac de Roseland wäre eigentlich easy zu machen doch ist sie auf gute 2 km fein gesplittet was unseren Vorwärtsdrang doch etwas einbremst.
Der See ist leider nicht so gut gefüllt wie bei unserem Besuch 2012 und macht deshalb auch kein so gutes Fotomotiv her. Die Kaffeepause am Col de Meraillet (1605m) lassen wir darum auch ausfallen um sie kurz vor dem Cormet de Roseland (1967m) bei schönerem Panorama nachzuholen. Auf der Abfahrt nach Bourg Saint Maurice lassen wir es dann wieder richtig laufen. Im weiteren Verlauf der N90 sind wir, wohl verwöhnt von den letzten Kurvenräuschen, etwas gelangweilt.
In Moutiers verhasple ich mich auf der Suche nach dem Col du Madelleine (1993m) etwas. Die Garmin Navis scheinen der Französischen Sprache nicht besonders mächtig. 
Erst nach Zuhilfenahme der „Old Fashioned“ Michelin 1/200.000 Papierkarte können wir den Knoten lösen und endlich wieder der Hitze der Stadt entfliehen.
Am Col du Madelleine (1993m) gibt es dann endlich etwas zu beißen. Der Wirt empfiehlt seine Lasagne, die wir dann auch verspeisen – geht so, macht satt. Eine Horde gealterter Porschefahrer fällt ein. In Anbetracht des Altersdurchschnitts fürchten wir, dass sie uns die Abfahrt vom Pass ins Tal vermiesen werden. Wir bezahlen und machen uns auf und davon. Wie wir später erleben müssen, sind unsere Bedenken gerechtfertigt. Jetzt wollen wir aber erst einmal auf Zimmersuche gehen. Sind in Longchamp erfolglos, La Chambre gefällt uns nicht. Am Col du Glandon (1924m) dürfen wir dann den Anblick einiger Adler genießen. Wir schauen den mächtigen Greifvögeln etwas zu lange zu. Gerade als wir wieder bereit zur Abfahrt sind, „quält“ sich die Porschegruppe ums Eck. Mist, fast bis zur Passhöhe müssen wir hinterherstöpseln. Wenn der Fahrer weis damit umzugehen, macht ein Motorrad gegen einen 911 Porsche normalerweise keinen Strich. Bei diesen Sportwagen ist es nur Schade um die Investition. Am Col del Croix Fer (2067m) bleiben wir nicht einmal mehr stehen um nicht wieder …. . 
Die Skiorte sind im Juni Geisterstädte…tausende Betten aber keines bezogen …. Saint Sorline de Avis-dicht, Bellevis – dicht, Plan des Champs – Menschenleer, Albiez le Jeune - nichts…also starten wir die 41 Kehrenabfahrt nach Saint Jean de Maurienne…und finden nach einigen Irrwegen letztendlich im Hotel D Europe  das letzte „Zimmer“ ….also besser gesagt eine Loft, mit Dachterrasse und Platz für 8-10 Personen. 100,-€ legen wir hin. Für 3 Personen wohlgemerkt, ein Schnäppchen. Gut, Sauberkeitsfetischisten werden an mancher Stelle der Loft leiden. Die Motorräder stehen zumindest Sichtgeschützt auf dem Parkplatz hinter dem Haus und für das Abendessen im Hotel ist es auch schon zu spät. Ein paar Meter weiter hat aber Die Pizzeria „Le Sun“  noch etwas zu Essen für uns …..
Sonntag 18.6.2017 (204km)
Das Frühstück im Hotel Europa war ausgesprochen gut und umfangreich. Es sogar ist das Beste was wir in Frankreich auf dieser Tour bekommen werden. Nach dem Frühstück machen wir uns dann reichlich satt zurück auf die geplante Route. Ausgeschlafen wie wir sind und wie das eben immer so ist, sehen wir heute auf dem Weg nach Saint Martin d Arc ein Hotel nach dem Anderen. Da aber in Valloire ein gut besuchtes Custom Bike Treffen stattfindet, gehe ich mal davon aus dass eh keines der vielen Unterkünfte Betten für uns gehabt hätte. Nachdem wir durch die Zeltgassen der Aussteller gelotst sind machen wir uns auf den Col Galibiere 2642m zu erklimmen. Zig „Kurvenkratzer“ (Harleys) zwingen uns zu gemäßigtem Tempo. Der Fotopause auf dem Col tut das aber keinen Abbruch. Wie immer ist der dortige Wegweiser als Motiv gut in Beschlag genommen. Am Ende können wir uns selbstverständlich doch noch von einem netten Reisenden ablichten lassen.

Auf dem Galibiere wird es uns schnell zu eng, sodass der Col Du Lautaret (2058m) sofort als nächstes Etappenziel in Angriff genommen wird. Am Lauterant winken wir der Hinweistafel auf der Passhöhe nur kurz zu und schauen dass wir weiter nach Le Monetier les Bains und Briancon kommen. Der letzte Streckenabschnitt ist breit ausgebaut. Ein schleichender Choppertreiber mit Italienischem Kennzeichen zieht zu Aller Verdruss eine lange Fahrzeugschlange hinter sich her. Im Tal ist es wieder brütend heiß. Hungergefühl kriecht auch schon wieder in unsere Mägen. Gerade noch rechtzeitig mache ich linker Hand bei La Roche de Rame einen kleinen See mit „Biergarten“ aus. 
Also schnell gewendet und am Camping du Lac das Mittagessen des heutigen Tages eingenommen. Der Schattenplatz unter Bäumen zusammen mit dem kühlen See wirkt wie eine natürliche Klimaanlage. Eigentlich könnte unser Trio es hier länger aushalten doch der Tag ist noch vielzu jung um ihn bereits jetzt zu beenden.
Nach dem Mittagessen ziehen wir die „Pferdchen“ wieder aus ihren Boxen und steuern über Mont Dauphine, Gare, Guillestre und Vars den Col de Vars (2110m) an. Gut ausgebaut erfordertdiese Route keine besonderen Fahrkünste und ist leicht zu Meistern. Die breite fast geradlinige Wegführung über la Condamine de Chatelard, nach Jausiers und Barcelonnette empfinden wir als notwendiges Übel um an die Auffahrt zum spannenderen Col d Allos (2250m) zu gelangen. Am Allos stehen viele Motorradfahrer die möglicherweise bald auch noch auf Zimmersuche gehen werden. Wir machen also keine Halt und starten gleich die Zimmersuche. Schon im Ort Allos werden wir mit dem fündig. Das Hotel Beau Site mit seinen kleinen Zimmerchen taugt schon für eine Nacht. Die Mopeds stehen auch relativ sichtgeschützt unterhalb der Straße. Heute – oh Wunder - gibt es nur Pizza. Der Wirt meint zwar es sei die Weltbeste – wir meinen aber es ist die Weltöligste Pizza die man sich vorstellen kann. ….
Montag 19.6.2017 (160km) - Entweder Oder?
Die Nacht ist rum …also ruhig war es ja. Das Bett, für zwei Personen die kein Paar sind, vielleicht ein bisschen schmal. Das Frühstück ….ich kann mich nicht erinnern …daher sicher nicht schlecht aber auch nicht nennenswert gut. Also Mopeds gepackt und auf um die gut ausgebaute bereite „Superbikestrecke „ von Allos nach Colmars zu Heizen. Dann glatt den Abzweig zum Col des Champs ( 2087m) verpasst. Nanu wo war die denn?? Also umdrehen und langsam zurück. Aus den Augenwinkeln hat die schmiedeeiserne Einfassung des Abzweigs wie eine Hofeinfahrt gewirkt. Jetzt aber haben wir dich du „Route de Col Des Champs“. Nachdem wir einen Mähtraktor der Gemeinde endlich passieren können, empfängt uns ein cooles kleines Sträßchen durch den Wald. Einspurig mit engen Kurven, unterbrochen von Entwässerungsrinnen die aber kein echtes Hindernis darstellen. Aus dem Wald entlassen empfängt uns ein Bereich der wohl häufig wegen Murenabgängen hergerichtet werden muss. Randbefestigung und Straßenbelag scheinen nicht in Verlegenheit geraten zu Altern. Trotzdem verführt uns diese ganz besondere Stimmung zum Halten und wirken lassen.
Kurz darauf bietet sich ein völlig anderes Bild. Liebliche, baumlose Almwiesen mit Weitblick liegen nach den nächsten Kurven vor uns. Später verlassen wir die „Route de Col Des Champs“ um die letzten km nach Saint Martin d Entraunes der D78 durch ein namenloses enges Tal mit dunklen Tunneln zu folgen. Der heutige Tag scheint ein abwechslungsreiches Motorrad- Tagesmenü beim Franzosen um die Ecke zu werden, welches hoffentlich erst mit dem Abendessen beendet sein wird. Es folgen nun die Vorspeisen Entraunes, Saint Sauveur und mit dem Col de Cayolle (2326m) der nächste Hauptgang. Die Verbindungsroute über Barcellonette und Jausiers ist sozusagen die Zigarettenpause zwischen den weiteren Hauptspeisen Faux Col de Restefond (2656m), Col de la Bonette (2715m), Cme de la Bonette( 2802m) und dem Col de Raspaillon (2513m). 
Bei Saint Etienne de Tinee stellt sich die Gewissensfrage des heutigen Tages. Entweder jetzt Zimmer suchen oder maßlos weiterschlemmen und über Isola 2000 nach Italien weiterfahren? Mit der zweiten Option müssen wir aber eine längere übernachtungstechnische Durstrecke in Kauf nehmen. Besser ist es wohl für Heute nach nur 160 km das Kurven-Gelage zu beenden. Wir haben Glück, werden bald fündig. Und beziehen relativ früh unsere „rustikalen“ Zimmer im Hotel de France in Isola.  Das Hotel hat einen ganz besonderen Charme. Das Haus scheint in Eigenregie um- oder ausgebaut zu sein, die Betten sind es auf alle Fälle. Außerdem passt die Türe zum Bad nicht in ihren Rahmen und muss offen bleiben. Die Motorräder bleiben auf dem Kirchplatz vor dem Haus stehen. Später werde ich von der Chefin gebeten das Anliegen zweier Schwaben für Sie zu übersetzen ….. seltsam, mich welcher der französischen Sprache auch nicht mächtig ist, versteht sie sofort.

Dienstag 20.6.2017 253km – nach Briancon Umweg entpuppt sich als Abkürzung.
Am Vorabend wird in ganz Isola wieder nur Pizza Angeboten … 
..... die französische Küche habe ich irgendwie anders in Erinnerung. Zumindest bekommen wir im „de France“ ein gutes Frühstück.
Wie erwartet empfängt uns Isola 2000 wie alle anderen Skizentren geisterstadtähnlich mit wenig schicken Hotelburgen. Nichts an dem Ort reizt uns zum Halt. Stattdessen genießen wir sofort die Kurven- und Aussichtsreiche Auffahrt zum Col de la Lombarde (2351m) der auch die Grenze nach Iatalien markiert. Völlig alleine auf der schmalen Straße unterwegs, können wir bis nach Vinadio ungehindert einige Fotostopps einlegen.
So, jetzt müssen wir aufpassen! Nach meiner Planung müsste in Demonte ein kleines Sträßchen links in die Berge führen. So klein und unscheinbar dass wir es trotz erhöhter Aufmerksamkeit fast übersehen hätten, führt uns das holprige Gässchen nun durch kleine Weiler wie Fettio Sottano oder San Maurizio. Hin und wieder taucht vor uns ein Wellblech-Panda auf. Manchmal glotzt uns mitten auf dem Weg eine Kuh überrascht und scheinbar verwundert aus dem Schatten der Bäume an. Also Aufpassen! Wie ein Alien wirkt die GS aus Dachau die uns hier im Outback begegnet. Trotz Allem oder gerade deswegen ist die Straße zum Colle Valcavera 2416m und den Col die Fauniera 2481m ein Genuss. Früh im Jahr liegen hier oben noch etliche Steinbrocken unmotiviert auf der „Straße“ rum. Die Kulisse ist aber famos. Nach dem Colle die Valonetto 2447m bremsten Split und Schotter unseren Vorwärtsdrang wieder etwas ein. Auch Andrea meistert diese neuerliche Lektion über Bremstechnik bei verminderten Reibwerten mit Bravur! 
Der Abzweig links zum Col d Esischie 2370m mutet dann doch ziemlich grob an. Mag sein dass es nur die ersten Meter sind. Doch auch das will ich der Triple nicht zumuten und hoffe aber später noch einen Einstieg in die geplante Route zu finden. Am Kloster Santuario di San Magno hake ich diese Hoffnung endgültig ab und brauche gegenüber des Klosters eine Coffeinzufuhr. Die Alternativroute entlang der SP333 / SP112 dem Flüsschen Grana folgend ist auch nicht öde und bietet für Straßenmaschinen uneingeschränkten Fahrgenuss. Wir passieren Campomolino und Pradleves bis der Abzweig links in Valgrana uns der Ursprungsroute wieder näher bringt. Nach Dronero, Rossana, Borgo, San Bortolomeo entlang der Varaita erreichen wir in Sampeyre die Stelle an der wir eigentlich über den Berg kommen sollten. Obwohl auf der Landkarte optisch länger haben wir real doch etliche KM gespart. Wer weiß wie lange wir über die Berge gebraucht hätten….aber das nächste Mal…. 
Am Abstand der beiden folgenden ist im Rückspiegel erkenntlich dass eine Pause angesagt ist. Am Camping Narciso gibt es darum Kaffee und Eis. Das Zimmer für diese Nacht suchen und buchen wir auch gleich über „Booking Com“ In Briancon. Entspannt und ohne Zeitdruck können wir nun über Casteldelfino und den Lago Artificiale Di Castello zum Col Agnel 2744m fahren. Eine schöne Strecke durch karge Landschaft führt hinauf. Einige kurze, Husky geeignete Abkürzungen laden zum Spielen ein aber eine Tripple…. . Die Passhöhe des Agnel steckt in Wolken und es ist kalt. Motorradfahrer stehen wie Geister als Schatten im Dunst. Nein, heute gibt es hier oben bestimmt nichts zu sehen also ohne Halt weiter. Kurz nach der Passhöhe empfängt uns dann auch schon die wärmende Sonne wieder. Die folgenden Kilometer über Pierre Grosse und Chareau Ville zum Col D Izoard 2360m sind super ausgebaut und ruck zuck hinter uns gebracht. 
In Briancon empfängt uns dann doch relativ früh mit dem Bistro Hotel de la Paix wieder ein schickes Hotel mit Flair. Die Motorräder müssen abseits vom Hotel an der Kirche geparkt werden. Heute bleibt vor dem Essen sogar noch Zeit für einen Bummel durch die Altstadt und zur Zitadelle am Berg.
Im La Paix gibt es auch endlich richtig gute, französische Küche.

Mittwoch 21.6.2017 282km - Saint Oyen- gute Entscheidung nicht noch über den gr. St Bernhard zu fahren
Freud würde sagen es liegt wohl daran, dass ab heute unweigerlich die Rückreise angetreten wird, denn der Tag beginnt mit einer kleinen Irrfahrt durch Briancon. Am Ende startet die Rückreise genau dort, wo wir vor 20 Minuten am Kreisverkehr eingefahren sind und uns in Folge mit Horden irrer Rennradlern auseinandersetzen mussten.
Was folgt ist die N94 Richtung Italien. Ungewohnt breit und belebt liegt sie vor uns. Nur geeignet um Kilometer zu machen. Über Montgenevre und Claviere landen wir nach einem kurzen Abstecher nach Sauz D Oulx in Oulx . Die ungenaue Beschilderung leitet uns unvermittelt auf die Kostenpflichtige A 32. Pro Motorrad werden für die 22 km bis zur Ausfahrt Susa Ost schlappe 12 Euro fällig – Apothekerpreise oder Wegelagerei. Die Gram über diese Panne verfliegt aber schnell, denn dann die SS25 zum Lac du Mont Cenis entschädigt mit schnellen Kurven und wenig Verkehr. Am Col du Mont Cenis 2099m lassen wir uns vor dem Les Roches Blanches,  “unserem“ Hotel von 2012 nieder um Kaffee zu trinken und Souvenirs sowie Salami zu kaufen.

Nach Landslevillard bereitet noch einmal die Fahrt zum Col de Iseran (2770m) gehörigen Fahrspaß. In Val D Isere will keiner von uns wirklich Pause machen. Zu synthetisch und wenig einladend gestaltet sich der aus dem Boden gestampfte Wintersportort. Wir schauen also dass wir weiter kommen. Die 19 Kehren schnell von Seez nach La Rosiere sind gut ausgebaut und können gerne etwas schneller in Angriff genommen werden. Zudem sind Hindernisse in Form von Transportern und LKWs schnell überholt. Am Kleinen San Bernhard 2188m brauchen wir dann wieder eine Pause. Obwohl er so gar nichts mit dem kleinen San Bernard zu tun hat ist der Große Hund mit Fässchen und Schweizer Flagge auch hier vertreten. Den gemeinen Touristen aus allen Herrenländern scheint dies nicht zu stören denn die entsprechenden Stofftierchen wechseln auch hier massenweise den 
Besitzer. Nach Kaffee und Pfannkuchen überqueren wir die Staatsgrenze zu Italien und begeben uns notgedrungen ins Aostatal.
Die Hauptverkehrsader wirkt wie ein Kulturschock auf uns. Hektik LKWs an LKWs und ungeduldige Autofahrer wirken auch auf unseren Fahrstil. Zwar gäbe es die Ausweichroute über die SR41 nach Arpuilles jedoch ist es schon spät und wir wollten noch über den Großen St. Bernhard (wo die Bernhardiner Hunde wirklich gezüchtet wurden) fahren. Die großen Gewitterwolken über den Walliser Alpen lassen uns aber umdenken. Wir buchen über eins der bekannten online Portale sicherheitshalber in Saint Oyen ein Hotel. Sicherlich gibt es Hotel in schönerer Lage aber das Mont Velan  bietet saubere Zimmer, freundliches Personal und eine sehr gute Küche .
Der Koch spricht Deutsch und ist sogar ohne Umschweife bereit einem anderen Biker Duo die gewünschten Wiener Schnitzel mit Pommes zu bereiten. Ich bin sicher der Koch hat an seinem Herd in der Küche bei der Zubereitung bitterlich geweint. Wir gönnen uns jedoch eine Leckerei von der Speisekarte.
Noch am selben Abend beschließen wir auf dem Heimweg in der Tanne in Tunau vorbei zu schauen und reservieren telefonisch schon die Zimmer. Der Wirt freut sich auf uns und wir sparen uns die teuren Übernachtungen in der Schweiz.

Donnerstag 22.6.2017 333km –Martigny Tunau Autobahn soweit das Auge reicht .
Von den Gewitterwolken ist heute nichts mehr zu sehen. Strahlender Sonnenschein empfängt uns. Da heute nach dem St Bernhard hauptsächlich Autobahn ansteht, lege ich nochmal Hand an die Husqvarna. Das hintere Federbein wird voll vorgespannt und dann schauen wir mal wie sich die Fuhre verhält. Kurz nach dem Hotel eröffnen wir auch schon den Kurventanz. Die geänderte Vorspannung am Hinterrad macht schon jetzt positiv bemerkbar. Wesentlich williger lässt sich die Husky nun durch die Kurven dirigieren…warum nicht gleich so? Obwohl nur wenige Kehren vor uns liegen ist die Auffahrt zum „Grande“ fahrerisch und landschaftlich ein Genuss. Viel zu schnell liegt der Lago del Gran San Bernardo und das Hospiz vor uns. 
So richtig trennen können wir uns noch nicht. Stellen also die Bikes ab und gehen ein paar Meter zurück um noch ein, zwei Blicke in’s Tal zu werfen. Es hilft nichts, wir müssen weiter und überqueren die Grenze zur Schweiz. Noch einmal Tanken und dann fahren wir bei Martigny auf die Autobahn. Tja jetzt heißt es Kilometer machen. Ein kurzer Stopp am Genfer See. Ein weiterer am Rastplatz Hurst bei Kirchberg. Es ist heiß, brütend heiß! Bei Kaiseraugst überqueren wir auf der Autobahn den Rhein und die Grenze nach Deutschland. Nach einem schnellen Eisbecher in Rheinfelden ruft auch schon die Schwarzwälder Kirschtorte in Tunau nach uns. Jetzt können wir aber erst einmal wieder Kurven kosten. Über Nordschwaben fahren wir bei Schopfheim in das Wiesental ein. 
Der Verkehr auf der B317 ist dicht und entsprechend zäh. Bei Fröhnd brauche ich dann eine Bundesstraßen-Auszeit, biege rechts ab und gönne mir und meinen Mitfahrern noch eine Schleife über die Wühre nach Häg-Ehrsberg, dann über die Waldmatt zur K6303 nach Stadel , Holz, Vorderholz, Stutz, Künaberg und letztendlich nach Tunau zur Tanne. Mit großem Hallo werden wir begrüßt und können den Tag endlich ausklingen lassen.

Freitag 23.06. 2017 … 131km. im Glutofen nach Weil
Ich brauche noch neue Sommerhandschuhe also warum nicht das Angenehme mit dem nützlichen verbinden. Eine kleine Tour zur Louise nach Weil über das Markgräfler Land wird’s richten. Also auf nach Wembach und Neuenweg zum Warmfahren. Zünftiger ist dann schon die wohlbekannte Strecke nach Badenweiler. Über Sehringen bis nach Kandern können wir dann etwas verschnaufen. Auf der L135 nach Schlechtenhaus ist wieder schwingen angesagt. Der 911 den wir kurz vorher überholt haben bleibt zwar dran macht aber keinen Druck. Stressfreie Fahrspaß kann man nur sagen. Was folgt ist Pflichtprogramm im Glutofen der Oberrheinischen Tiefebene. 
Die wärmste Ecke Deutschlands macht ihrem Ruf alle Ehre. Wenigstens ist der Motorradzubehörladen klimatisiert. Dann noch einen Eiskaffee in Weil am Rhein und das war’s für heute. Nichts wie zurück in die Tanne und aus den Klamotten –wie immer sind wir uns da einig. Natürlich vermeide ich die Bundesstraße trotzdem so gut es geht. Über den "Tüllinger" mit Blick rechts hinunter nach Lörrach und geradeaus auf die Spornburg Rötteln. Über Tumringen, Hauingen und Steinen umgehen wir die B317 um es dann doch noch über Weitenau, Wieslet , kleines Wiesental und Neuenweg noch einmal etwas flotter angehen zu lassen.
Gerade mal 131 km … in einem Glutofen – es hat wirklich für heute gereicht. Den Rest des Tages verbringen wir nur noch mit kulinarischen Genüssen.

Samstag 24.06.2017 … auf nach Hause 369km
Jede Tour geht zu Ende so auch diese. Das Frühstück war wie immer gut, Die langen Nachmittage mit Wein und anderen Leckereien haben sich nicht nur auf unsere Kleidergrößen sondern auch auf die Hotelrechnung ausgewirkt. Aber Schee war‘s und gut war’s. Zur Rückreise ziehen wir eine fast gerade Linie von Tunau ins Dachauer Hinterland. Vorbei am Schluchsee, durch die Wutachschlucht und das Donautal nach Sigmaringen. Weiter über die Schwäbische Alb nach Augsburg und Dasing bis sich in Erdweg unsere Wege dann fürs Erste endgültig trennen.

Spaß ham' ma k’habt. Schöne Straßen, guten Wein, gutes Essen und ein Super Team … gerne wieder.. nächstes Jahr ist jedoch erst mal wieder Endurowandern auf dem Programm .....aber 2019 gerne wieder!!
 
 
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