2018 KroatienEnduro - MoFa Stammtisch Indersdorf

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2018 KroatienEnduro

Touren
Vom 16. bis 23. Juni 2018 Endurowandern abseits der Touristenströme Kroatiens
Seit der letzten Endurofreizeit im Juni 2015 ist schon eine gefühlte Ewigkeit vergangen. Kein Wunder also dass aus dem damaligen Team immer häufiger der Wunsch nach einer Wiederholung geäußert wurde. Die Planung, welche mir die trüben Wintertage versüßte, ist abgeschlossen und Kroatien als Ziel auserkoren. Basierend auf den festen Zusagen konnte ich, wie schon zum letzten Termin, ein abgelegenes Haus in der Nähe vielversprechender Trials buchen. Mit Hans, Erwin und Jörg hat sich war wieder ein eingespieltes Team bereit für die kleinen Abenteuer abseits befestigter Straßen.

Sa. 16.06.2018 Anfahrt
Endlich stehen unsere Betas auf dem Anhänger sowie Jörg und ich abfahrtbereit daneben. Hans und Erwin dürften mit der KTM550 und der XT 660 auf dem Pick Up auch schon unterwegs sein. Otto der sich als Nachzügler angemeldet und daher kein Zimmerchen mehr bekommen hat, wird mit seinem Wohnmobil und der KTM 450 in der Heckgarage etwas später starten. Nicht sonderlich berichtenswert gestaltet sich die Fahrt auf der Autobahn über Salzburg Richtung Villach. Aber die Welt ist klein und so treffen wir rein zufällig bei der ersten Kaffeepause auf den beladenen Isuzu von Hans. Als Minikonvoi nehmen wir dann den Rest der Strecke unter die Räder. Die Kroatischen Straßen scheinen dann nicht sonderlich detailliert in meinem Bordnavi hinterlegt zu sein, denn trotz der Einstellung für Anhängerbetrieb navigiert es das Gespann ziemlich schmerzfrei bereits jetzt auf die ersten Offroadstrecken.
Trotz des kleinen Umwegs kommen wir früher als gedacht an unserem Ferienhaus in CEROVLJE/Kosovija an. Die Vermieter sind auch schon da und erledigen gerade noch die letzten Handgriffe für die Übergabe. Leider war bei der Buchung nicht ersichtlich dass Einzelbelegung für die Zimmer angegeben werden sollte. Daher mussten die Zimmer etwas umgerüstet und auch der Mietpreis nachverhandelt werden. Etwas unglücklich aber kein Beinbruch da die Hausbesitzer ausgesprochen nett und zuvorkommend waren. Rechtzeitig zum gegrillten Fisch den der Hausherr später spendiert, kommt auch Otto mit dem WoMo das schmale Stich-Sträßchen zum Ferienhaus hinab.
Hans und ich machen uns dann noch auf um etwas Verpflegung einzukaufen. Das Bordnavi meines Zafira lockt mit einem Supermarkt der in Lupoglav sein soll. Als das Navi stolz vermeldet: „Das Ziel befindet sich Rechts“, stehen wir wieder auf einem Feldweg und der Supermarkt ist nichts weiter als eine frisch gemähte Wiese…. Aaaaaha. Also wird für heute und künftig ein 23km entfernter Supermarkt in Buzet als bevorzugte Versorgungsstation auserkoren.
Zum Abendessen gibt natürlich Fleisch vom Grill, Roten Wein und die Auswahl an „Hausbrand“ der ebenfalls vom Hausherr spendiert wurde ….. Bikerherz was willst du mehr :-)

Sonntag 17.06.2018 Die Erste und die Letzte
Ruhe… so viel Ruhe in der Nacht gibt es bei uns zu Hause nur noch selten…. genial wenn da nicht kleine surrende Plagegeister wären die es gnadenlos auf unser Blut abgesehen haben. Pusteln groß wie Taubeneier ...na ja … fast. Auf alle Fälle geht es heute schon einmal zum Einfahren auf Tour. die Grenzen sind gesetzt indem keine Wege mit Verbotsschild befahren werden und ebenfalls Tabu sind mit Schranken oder Ketten abgesperrte Pfade. Wir können kein Kroatisch und wollen uns daher auch nicht auf unnötige Diskussionen mit Förstern Polizisten oder anderen Amtsträgern einlassen.
Als die Motoren willig ihre Arbeit aufnehmen ist es sonnig und schon in der Früh fast schon zu warm.
Die Landkarte und auch mein Wandernavi E-TREX30 versprechen schon bald nach dem Ferienhaus Endurospass welcher jedoch sogleich in einer Art Bauhof endet. Dort wo es weitergehen sollte ist der Weg, falls überhaupt vorhanden, mit Gerüsten, Alteisen und sonstigem Schrott komplett verblockt. Auf der angezeigten Alternative stehen ein alter Bagger und ebenfalls Schrott herum. Ein Weg ist nicht auszumachen. Also umdrehen und spontan eine Alternative suchen. So fahren wir erst einmal auf geteerten Wegen nach Borut, Kovacici und Draguc zur ersten Fotopause. Von hier aus scheint eine Verbindung zum Butonika See zu existieren die wir nun suchen. Auf ziemlich groben, und für uns anspruchsvollen Untergrund landen wir dann nach ziemlich steilen, verfurchten Abfahrten Irgendwo in den Feldern von DragucHier in dieser Sackgasse geht es also auf keinen Fall weiter. Die Auffahrt zurück nach Draguc gestaltet sich dann wieder etwas leichter sofern die Gashand nicht zögert und auf dem Hinterrad ausreichend Zug bleibt.
Die Alternative die zu versuchen wäre geht in Form eine Hohlweges ebenfalls ziemlich steil Richtung Westen. Für die Betas und KTMs sollte es, zumindest anfangs machbar sein. Die Yamaha mit ihrem Gewicht würde aber womöglich doch ziemlich an den Kräften des Fahrers zehren. So beschließen wir lieber einen weiteren Umweg in Betracht zu ziehen.
Über Oslici und Kosoriga suchen wir wieder den Einstieg in ungeteertes Terrain. Anfangs vielversprechend endet auch hier der Vorwärtsdrang in weglosen Feldern. Nirgends ist ein Durchkommen auszumachen. Ich beschließe umzudrehen doch Otto möchte trotzdem in einer Senke sein Glück versuchen. In Kosoriga stellen sich Hans und ich in den Schatten eines Baumes und warten auf Otto, Erwin und Jörg. Es dauert ein ganze Weile bis die Drei wieder auftauchen. Auch in der Senke gab es kein weiterkommen. Die Ausfahrt war dann auch noch anspruchsvoller als gedacht, so dass Otto’s KTM sich zwei Mal als Flugzeug versuchen wollte jedoch bei der Landung so ihre Schwierigkeiten hatte. Jetzt versuchen wir erst einmal die kochende KTM wieder fit zu machen und hoffen dass Otto’s lädierter Fuß den Rest des Tages durchhält. Nachdem die KTM etwas Wasser bekommen hat kann es weiter gehen. Kurz nach Juradi finden wir dann doch noch den Einstieg in eine staubige Stichstraße zum See. Knochentrocken bereiten uns die tiefen Spurrinnen auf dem Weg zum See keine größeren Probleme. Bei Nässe ist der lehmige Boden aber bestimmt mit Vorsicht zu genießen.
Auf einer kleinen Halbinsel gönnen wir uns dann eine kleine Pause. Die Minisalami die ich morgens noch eingepackt hatte werden als kleine Stärkung zwischendurch von Allen dankend angenommen. Ein kleines Paradies liegt hier vor uns. Auf der Wiese wilde Schildkröten (zumindest Eine) und ein erfrischendes Bad im See für Erwin, Jörg und Hans. Otto’s Knöchel sieht Sch…. aus. Eine blaurote Pracht. Mit Endurostiefel wäre die Sache womöglich glimpflicher ausgegangen doch die Straßenstiefel waren ja so schön bequem. Lessons learned.
Nach ausgiebiger Pause und Magenknurren machen wir uns wieder langsam auf den Rückweg. 
Dieses Mal biegen wir in Juradi aber in der Hoffnung auf weitere Staubstraßen links ab. In dem Weiler Marcenesko Polje schwenken wir tatsächlich noch einmal in einen Feldweg ein welcher sich nach Negnar bald in einen Kräftezehrenden Geröllweg wandelt. Ein Verbotsschild für Fahrzeuge und Fußgänger bremst dann wieder die Abenteuerlust. Zudem wird es auch aus Verantwortung für die Mitfahrenden längst Zeit einen schnelleren und erholsameren Heimweg zu suchen. Staubfrei führt uns der Rückweg vorbei an kleinen unaussprechlichen Orten wie Krpani und Bijancici. Die Spritfässer werden auch langsam leer und für den Folgetag muss nachgefüllt werden. Die einzige uns derzeit bekannte Tankstelle befindet sich aber in Buzet. Also nutzen wir die Gelegenheit gleich um Bargeld und Futter zu bunkern bevor es letztendlich über Rocko Polje, Cernehi und Erkovcici zurück zum Ferienhaus geht. Gerade einmal 92km haben wir heute geschafft aber trotzdem meinen wir uns ein Abendessen außer Haus gönnen zu können. Ich sattle also meinen Bürgerkäfig und kutschiere uns in die kleinste Stadt der Welt Hum zum Abendessen.
Mo. 18:06.2018 da waren‘s nur noch vier die in den nördlichen Naturpark Ucka fahren (130km)
Wie zu erwarten ist Otto heute außer Gefecht. Der verletzte Fuß ist deftig angeschwollen und schön bunt eingefärbt. Der Rest der Mannschaft ist nach dem Frühstück voller Tatendrang. Der nördliche Teil des Ucka Naturparks soll unser erstes Ziel sein und dann sehen wir mal weiter. Parallel zur Kroatischen A8 fahren wir erst über Lesiscina wieder nach Lupoglav. Auf halbem Weg nach Brest biegen wir links in den Kiesweg Richtung Berge ab. Der Fahrer des entgegenkommenden Forstfahrzeugs winkt uns freundlich zu 
also scheint es zumindest hier keine Beschränkung für den Kraftverkehr zu geben. Bald schon finden wir uns inmitten einer lieblichen Mittelgebirgslandschaft wieder. Einsame Wiesen laden zum rasten und genießen ein. Das ganze Gebiet ist von einem Netz Feldwege durchzogen (sagen zumindest die Open Streetmaps von Kroatien). Anfangs noch in recht moderatem Zustand wird die Walddurchquerung später dann doch noch etwas abenteuerlicher.  
Der vor uns liegende Weg ist zunehmend eingewachsen und wir hoffen nicht doch wieder irgendwo zum Umdrehen gezwungen zu sein. Wie aus dem Nichts landen wir dann doch wieder auf der Teerstraße die das Örtchen Brgudac mit der Außenwelt verbindet. Der Geröllweg welcher aus Brgudac hinaus Richtung dem Berg Zupanj führt ist gesperrt. Den Hinweis auf der zugehörigen Holztafel können wir nicht entziffern. Blöd, denn eigentlich sollte der Pfad ab hier zu einer Schutzhütte führen die ich gerne angefahren hätte. Auf gut Glück finden wir dann eine Alternative die uns über Lanisce und Racja Vas östlich zur Küste führt. 
Abwechselnd können wir Kies, Steine und Furchen in unterschiedlicher Ausprägung genießen. Diese Verbindungsstraße ist in der Landkarte eindeutig als öffentliche Durchgangsstraße gekennzeichnet und neben der nördlich liegenden Z5012 wohl eine Alternative Ost-Westverbindung von Opatia Icici nach Koper. Kurz vor Vebrinac treffen wir nach knapp 32km Naturweg wieder auf die asphaltierte Z5047. Jetzt da wir schon so nah an der Küste sind wollen wir etwas Meerluft schnuppern. Nach einer kurzen Mittagspause in der wir touristentypisches Seafood und Grillfleisch zu uns nehmen, suchen wir für den Rückweg nach einer, in meiner Landkarte eingezeichneten Querverbindung welche von Moscenicka Draga über die Berge nach Susnjevica führen soll. 
Einmal ist aber in Sveti Anton kein Weiterkommen und ein andermal stehen wir bei Sucici vor einem schmalen Trampelpfad für den bereits die Lenker der Bikes zu breit sein werden. In Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit drehen wir um und fahren die wuselige Küstenstraße zurück auf die Hauptstraße die uns über Vela Ucka nach Lupoglav und Kosovija bringt.
Otto hat für uns noch einen riesen Topf Spaghetti vorbereitet und konfrontiert uns leider mit seinem Entschluss am Folgetag abzureisen. Natürlich macht es keinen Sinn mit dem Fuß Enduro zu fahren. Die Aussicht ein fertiges Abendessen nach anstrengender Tour serviert zu bekommen
lässt uns versuchen ihn doch noch zum Bleiben zu bewegen …. aber unsere Beweggründe sind wohl zu offensichtlich……

Di. 19.06.2018 Über den Vojak zum Baden nach Sveta Marina.(134km)
Otto frühstückt zwar noch mit uns, wird später unweigerlich die Heimreise antreten. Wir hingegen folgen dem eindringlichen Rat der Vermieterin auf den rund 1400m hohen Vojack zu fahren. Die Aussicht sei berauschend. Naja, 1400m klingen nicht gerade beeindruckend aber von unserem Haus aus ist der Berg täglich zu sehen und er ruft….. und ruft, ja der Berg ruft.
Wir starten über die gut ausgebaute aber nicht Endurogerechte D500. Nach dem Übergang auf die 5047 beginnt aber das Bikerherz wieder höher zu schlagen. Trotz Stollenreifen sind die flüssig zu fahrenden Kurven und Kehren ein Genuss. Die Haftungsgrenze meiner Michelin T63 kündigt sich immer rechtzeitig und gutmütig an. Auch Erwin, Hans und Jörg genießen offensichtlich die kleine Straßensport Einlage. Am kaum zu übersehenden Abzweig zum Vojack steht zwar ein Verbotsschild, doch der Text darunter soll laut unserer Vermieterin lediglich den Haftungsausschluss und eine saisonale Sperrung beschreiben. Einige Touristen lassen trotzdem ihr Auto stehen und machen sich zu Fuß an den Anstieg. Gut für uns denn nahezu ungestört können wir die Auffahrt genießen.
Die Aussicht vom Gipfel ist dann tatsächlich beeindruckend. Richtung Westen bietet sich eine ungetrübte Sicht auf die Istrien. Wenn wir genau wüssten wo unser Ferienhaus steht, könnten wir es sicher auch ausmachen. Unterhalb des Berges zeichnet sich deutlich ein nicht enden wollender Schotterweg oder Naturstraße ab. Das muss die Verbindung sein welche wir Gestern erfolglos gesucht hatten. Dann versuchen wir es heute doch einfach von der anderen Seite aus.
Im Osten lassen sich Lovran, Opatja, Rijeka sowie die Inseln Krk und Cres ausmachen. Außerhalb der Saison ist es hier noch ausgesprochen ruhig so dass wir uns genug Zeit gönnen um die Eindrücke wirken zu lassen. Letztendlich lockt aber der Schotter im Tal doch.
Wir fahren zurück nach Vela Ucka um dort links in den Weg gen Süden einzubiegen. Bald nach dem Ort verjüngt sich das Sträßchen und führt Einspurig durch einen Laubwald. Kurz vor dem Abzweig nach Mala Ucka empfängt uns dann die Staubstraße. Gut ausgebaut ist diese sicherlich auch für schwere Reisenduros oder Tourenmotorräder geeignet. Nach 13 staubigen Km treffen wir wieder auf eine geteerte Straße welche nach Sveta Jelena und Brsec führt. 
Von hier aus folgen wir der Küstenstraße nach Vozilici. Hinter dem Kraftwerk am Ende der Uvala Plomin Bucht scheint parallel zur D66 ein steiler Weg nach Labin zu führen. Der dritte Versuch den Weg zu finden ist von Erfolg gekrönt. Ziemlich grob Geschottert führt der Pfad tatsächlich über den Berg direkt in das Zentrum von Labin. Da jetzt eine Badepause angebracht ist und Jörg den Zustand eines Campingplatzes aus vergangenen Familienurlauben checken möchte, fahren wir nach Sveta Marina. Krach heiß ist es hier unten am Meer und die Abkühlung tut gut. Der Campingplatz scheint enorm gewachsen zu sein und hat offensichtlich das Flair vergangener Tage verloren. Uns stört’s wenig. Nach dem Bad und einer weiteren Erfrischung an der Poolbar fühlen wir uns ausgeruht genug um den Rückweg anzutreten. Schauen wir mal was uns das E-Trex 30 aus der Routingoption „kürzester Weg mit dem Ziel Ferienhaus“ zu bieten hat. Über Labin leitet es uns dann tatsächlich auf meist kleinen aber geteerten Wegen zum Ferienhaus das wir nach 134 Tages km erreichen.
Mi 20.06.2018 Weil’s so schön war noch einmal 88km in den nördlichen Naturpark Ucka
Damit wir aber heute wieder schnellstmöglich in den nördlichen Naturpark Ucka kommen fahren wir gleich über Buraj, Brnobic und Prodani nach Buzet. Kurz nach Sveti Martin empfängt uns dann schon wieder der Mischwald und die erste Schotterstraße des Tages. Wieder einmal führt mich dann auch gleich wieder das dürftige Kartenmaterial in die Irre. Erst landen wir in zwei Sackgassen und dann zeigt das Navi stur dass in der senkrechten Felswand rechts eine Straße oder zumindest ein Weg sein soll. Da geht ja kaum zu Fuß etwas, geschweige denn mit vier zum Teil relativ schweren Enduros. Na denn , die gewünschte Richtung ist klar und darum fahren wir einfach auf gut Glück weiter… der Weg ist ja das Ziel. So folgen wir der 5011nach Norden, bewegen uns für einen Wimpernschlag auf Slowenischem Hoheitsgebiet. Ein weiterer Abstecher in den nächst möglichen Feldweg endet an einer bewirteten Hütte die aber heute noch geschlossen hat. Der Hinweisschild auf dem weiterführenden Weg zeigt nach Slowenien. Wir gönnen uns eine kurze Pause und in Anbetracht dessen dass die Grenze nach Slowenien wenige Kilometer vorher mit Meterhohen Zäunen gesichert war verzichten wir auf den vor uns liegenden grünen Grenzübergang und drehen um.
Ein weiterer Versuch in Raspor einen Weg zu finden zeigt sich erst vielversprechend. Steil führt die Gerölstraße bergauf. Jetzt nur nicht anhalten oder Schwung verlieren, denn wieder anfahren könnte schwer werden. Auf einer Hochwiese spuckt Jörgs Alp Motorenöl. Der erst befürchtete Motorschaden entpuppt sich als das Versagen eines spröden Ölschlauchs. Alle Kürzungsversuche scheitern. Zur Not tut es vorerst auch der Entlüftungsschlauch des Tanks. Sicherheitshalber bedienen wir uns noch mit Benzinschläuchen aus einem hier in der Wildnis entsorgten Passat.  
Notgedrungen ziehen wir es jetzt vor den Rückzug anzutreten und vorerst auf geteerten Straßen die Zuverlässigkeit der Notreparatur zu Testen. Auch der Rückweg über Racjy Vas und Lanisce nach Lupoglav ist mitnichten Langweilig. Nicht das ideale Terrain für Stollenreifen aber ausreichend Kurvig und flüssig zu fahren. Der Ölschlauch scheint auch zu halten so dass wir getrost die Autobahnbrücke bei Lesiscina rechts ab unterfahren können um nochmals die kleinste Stadt der Welt Hum genauer zu Erkunden.  Zum Tagesabschluss müssen noch ein paar Meter Schotter unter die Stollenräder. Nordwestlich der A8 finden wir dann sogar noch einen Weg über Borut nach Kosovija der unsere Bedürfnisse erfüllt.
 
Do. 21.06.2018 noch einmal in die Berge
Die Schönwetterperiode scheint sich langsam ihrem Ende zu nähern denn es ist gar nicht mehr so ungetrübt sonnig wie an den Vortagen. Ab morgen ist zudem eine Regenperiode angekündigt die den Abschlußtag ziemlich sicher ins Wasser fallen lässt. Trotzdem oder gerade deshalb wollen wir den heutigen Tag so gut als möglich nutzen. Nach Karte soll querfeldein ein Weg nach Paz existieren. Mehrere Versuche die Verbindung zu finden enden in Sackgassen. Zwar könnten wir einfach versuchen über die grünen Wiesen Kompassgeführt weiter zu fahren, doch dies verbietet sich schon aus Überzeugung.
Über Moloni und Dausi finden wir dann doch noch eine annehmbare Staubstraße die fast bis Cehi ungeteert bleibt. Nach Africi ist die Straße wieder in 100%igem OnRoad Zustand. Gestern hatten keine Gelegenheit mehr zu Tanken und nun lechzen unsere Bikes nach verwertbarem Stoff. Die einzige Tankstelle weit und breit ist auf dem Autobahnrastplatz bei Baricevici auszumachen. Doch keine Sorge, das Ticket das wir ziehen müssen dient bei direkter Ausfahrt nach dem Tanken lediglich zum Öffnen der Ausfahrtsschranke. Eine Autobahngebühr wird für dieses kurze Befahren nicht erhoben. 
Mit genügend Kraftstoff können wir uns noch einmal in die Berge nördlich von Lupoglav wagen. Bei Brest pod Uckom folgen wir dem Staubweg bergan. Der Landwirt des Aussiedler-/Reiterhofs den wir passieren macht, aus der Ferne betrachtet, einen eher missgestimmten Eindruck als er mit Argusaugen unseren Fahrstil beobachtet. Trotz Allem tauchen wir wieder in diese ganz besondere Landschaft aus einer Mischung von Fels kargen Bäumen und Wiesen ein die einfach zum Rasten auffordert. Leider ist nach wenigen Kilometern der weitere Weg durch eine Kette verhängt. Um- oder Durchfahren wäre möglich doch dies würde unserer eingangs selbstgesetzten Beschränkungen widersprechen.
Zudem türmen sich am Himmel bedrohliche Gewitterwolken auf. Wir wählen die sicherlich geschicktere Alternative und drehen schweren Herzens um. Wieder beäugt uns der Landwirt skeptisch. Womöglich brettern hier ab und an ungestümere Stollenritter herum die gewisse Vorbehalte erzeugen. Bei aufkommendem Hungergefühl und sich zunehmend eintrübenden Wetters fällt die Entscheidung leicht den Tag langsam bei einem Typisch Kroatischen Mittagsmal ausklingen zu lassen. Im Restaurant Pizzeria Alba in Lupoglav finden wir das richtige Angebot.

Für den endgültigen Rückweg verkneifen wir uns jegliche Umwege. Regen droht und wie mit Hans’s Pick Up bereits erprobt sind die Kroatischen Straßen bei Regen nach wie vor mit äußerster Vorsicht zu genießen. Gerade noch rechtzeitig vor dem ersten Regenguss erreichen wir Ferienhaus. Morgen soll das Wetter eher noch schlechter werden so dass wir in einer kurzen Trockenphase gleich die Motorräder verladen und mit der Vermieterin telefonisch die um einen Tag vorgezogene Abreise abstimmen…..
 
 
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